SpOn 09.02.2026
20:46 Uhr

Eriwan: Armenien und USA vereinbaren Zusammenarbeit bei Atomkraft


Armenien hat bislang ein Kernkraftwerk, die Technik dafür wird aus Russland geliefert. Nun stellt auch die USA die Weichen für die Lieferung von nuklearem Brennstoff. Dem Kreml dürfte das Abkommen nicht gefallen.

Eriwan: Armenien und USA vereinbaren Zusammenarbeit bei Atomkraft

Die USA und Armenien haben eine Zusammenarbeit bei der zivilen Nutzung der Atomkraft vereinbart und festigen damit ihre Beziehungen. US-Vizepräsident JD Vance ‌und der armenische Ministerpräsident Nikol Paschinjan unterzeichneten am Montag in der armenischen Hauptstadt Eriwan eine entsprechende Erklärung.

»Dieses Abkommen wird ein neues Kapitel in der sich vertiefenden Energiepartnerschaft zwischen Armenien und den Vereinigten Staaten aufschlagen«, sagte Paschinjan auf einer gemeinsamen Pressekonferenz. Es ermöglicht den USA, Nukleartechnologie und Ausrüstung rechtssicher nach Armenien zu exportieren. Vance bezifferte das Volumen der anfänglichen US-Exporte auf bis zu fünf Milliarden Dollar. Hinzu ‌kämen langfristige Verträge für Brennstoff und Wartung im Wert von weiteren vier Milliarden Dollar.

Ein Deal in Russlands Einflussgebiet

Die ehemalige Sowjetrepublik Armenien ⁠ist ‍bei der Energieversorgung bislang stark von Russland und Iran abhängig. Die Regierung in Eriwan prüft derzeit Angebote für den Bau eines neuen Reaktors, der das veraltete, noch von Russland ​gebaute Kraftwerk Mezamor ersetzen soll.

Die Offerten kommen aus den ‌USA, Russland, China, ⁠Frankreich und Südkorea. Eine endgültige Entscheidung ist noch nicht gefallen. Das Abkommen gilt jedoch als wichtiger Schritt für eine mögliche US-Beteiligung, was den traditionell starken russischen Einfluss im Südkaukasus weiter schwächen dürfte.

Abkommen als Folge der nach Trump benannten Transitroute

Der zweitägige Besuch von Vance folgte einem Friedensabkommen ⁠zwischen Armenien und Aserbaidschan, das vor sechs Monaten im Weißen Haus unterzeichnet wurde. Der US-Vizepräsident wirbt zudem für die »Trump Route for International Peace and Prosperity« (TRIPP). Dieser ‌geplante 43 Kilometer lange Korridor durch Südarmenien ‍soll Aserbaidschan direkt mit seiner Exklave Nachitschewan und damit dem Verbündeten Türkei verbinden.

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Die Route würde Asien ‍und Europa besser vernetzen und dabei Russland und Iran umgehen. »Wir schaffen nicht nur Frieden für Armenien«, sagte Vance. »Wir schaffen auch ‍echten Wohlstand für Armenien und die Vereinigten Staaten gemeinsam.« Im Anschluss an ⁠seinen Aufenthalt ​in Eriwan wird Vance am Mittwoch und Donnerstag in Aserbaidschan erwartet.

jmm/dpa/Reuters