SpOn 06.02.2026
12:19 Uhr

Erfurt: Schülerinnen missbraucht – mehr als vier Jahre Haft für Lehrer


Der Richter spricht von Taten, »die durch gar nichts zu rechtfertigen sind«: In Erfurt ist ein Lehrer wegen jahrelangen Missbrauchs von Schülerinnen zu vier Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden.

Erfurt: Schülerinnen missbraucht – mehr als vier Jahre Haft für Lehrer

Wegen des dutzendfachen sexuellen Missbrauchs von drei Schülerinnen ist ein früherer Lehrer eines Erfurter Gymnasiums zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von vier Jahren und drei Monaten verurteilt worden. Das Landgericht Erfurt sah es als erwiesen an, dass der heute 58-Jährige sich als Lehrer in 69 Fällen an den Schülerinnen vergangen hat.

Freigesprochen wurde er von dem Vorwurf, er habe in zwei Fällen eine der Schülerinnen vergewaltigt. Der Freispruch an dieser Stelle rühre nicht daher, dass die Kammer der Aussage der Nebenklägerin dazu keinen Glauben schenke, sagte der Vorsitzende Richter Holger Pröbstel. Allerdings könnten die angeklagten zwei Fälle von Vergewaltigung nicht zweifelsfrei belegt werde. Eine Revision ist möglich.

Zweiter Fall an dem Gymnasium

»Das sind Taten, die durch nichts, aber durch gar nichts zu rechtfertigen sind«, betonte Pröbstel. Der 58-Jährige habe sich in mehrerer Hinsicht als Lehrer »völlig disqualifiziert«, so Pröbstel weiter. Die Schülerinnen seien nicht in der Lage gewesen, dem Angeklagten etwas entgegenzusetzen. Es sei nicht um Beziehungen auf Augenhöhe gegangen. Es sei die Aufgabe des früheren Religions- und Musiklehrers gewesen, klare Grenzen zu ziehen.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Gesamtfreiheitsstrafe von sieben Jahren beantragt, die Verteidigung zwei Jahre Haft. Der Mann hatte den Missbrauch im Verfahren weitgehend eingeräumt, die Vergewaltigungsvorwürfe bestritt er.

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Ende Oktober vergangenen Jahres hatte das Landgericht Erfurt bereits einen anderen Lehrer des Gymnasiums wegen des jahrelangen sexuellen Missbrauchs einer Schülerin zu fünf Jahren und drei Monaten Haft verurteilt . Der Schulleiter räumte nach dem Missbrauchsskandal zum 1. Dezember seinen Posten.

wit/dpa