Die Bilanz ist verheerend – und sie könnte noch schlimmer werden: Nach einem schweren Erdbeben laufen die Rettungsmaßnahmen in Kolumbien weiter. Die Nachrichtenagenturen Reuters und AFP berichten unter Berufung auf lokale Behörden von mindestens 240 Todesopfern.
Es werden viele Menschen unter Trümmern vermutet. Präsident Abelardo de la Espriella sprach von 2595 Verletzten und mindestens 195 Vermissten. Laut der Nachrichtenagentur AP gehen nicht staatliche Datenbanken von fast 4000 Vermissten aus.
Es gibt verschiedene Quellen, die unterschiedliche Opferzahlen berichten. Klar scheint: Die Zahl der Todesopfer und Verletzten dürfte weiter steigen.
Besonders schwer getroffen sind Städte rund um das Epizentrum nahe San José del Palmar im Westen des Landes. Dort brachte das Beben zahlreiche Gebäude zum Einsturz oder beschädigte sie.
Auch der Flughafen der Stadt am Rande des großen Kaffeeanbaugebietes Eje Cafetero sei nur noch eingeschränkt betriebsbereit. Cali selbst ist für die vielen Salsa-Schulen bekannt und ein beliebtes Reiseziel auch für Touristen aus Europa.
Regierung und lokale Behörden mobilisierten alle Ressourcen und arbeiteten ungeachtet politischer Differenzen zusammen, sagte Präsident De la Espriella. Für den rechten Politiker, der vor seiner Wahl auf die Unterstützung von US-Präsident Donald Trump zählen konnte , ist die Naturkatastrophe die erste große Bewährungsprobe. Seine Regierung rief den landesweiten Notstand aus.
Hilfsangebote auch aus Deutschland
Die Stromversorgung sowie Telefon- und andere Kommunikationsverbindungen sind beeinträchtigt. Sechs Flughäfen sollen wegen Schäden an ihrer Infrastruktur derzeit für den kommerziellen Flugverkehr außer Betrieb sein. In Manizales wurde die Kathedrale schwer beschädigt.
Mehrere Länder haben ihre Unterstützung angeboten, auch aus Deutschland und der EU kamen Hilfsangebote. Das Auswärtige Amt erklärte, das gesamte Ausmaß der Katastrophe sei noch nicht absehbar und es müsse mit vielen weiteren Todesopfern gerechnet werden.
Das Beben ereignete sich am Montagmorgen um 7.34 Uhr Ortszeit nahe San José del Palmar im Departamento Chocó im Westen des Landes. Der geologische Dienst Kolumbiens sprach von einer Tiefe von rund 103 Kilometern. Es war bis nach Ecuador, Panama und auch Venezuela zu spüren. In Venezuela hatte ein schweres Beben im Juni Tausende Menschen getötet. Mehr dazu lesen Sie hier.
