SpOn 04.12.2025
17:09 Uhr

England: Vladimir Putin trägt laut London »moralische Verantwortung« für Nowitschok-Anschlag


Einer Untersuchung zufolge ordnete der russische Präsident den Giftanschlag 2018 auf den Doppelagenten Sergej Skripal an. Dabei starb eine unbeteiligte Frau. London leitet nun Schritte gegen Russland ein.

England: Vladimir Putin trägt laut London »moralische Verantwortung« für Nowitschok-Anschlag

Der russische Präsident Wladimir Putin muss den Nervengiftanschlag auf den Doppelagenten Sergej Skripal 2018 in England angeordnet haben. Zu dem Schluss kommt der Abschlussbericht der britischen Untersuchungskommission.

Im März 2018 wurden der russische Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Julia in der südenglischen Stadt Salisbury bewusstlos auf einer Parkbank gefunden. Auf die Türklinke seines Hauses war das Nervengift Nowitschok aufgetragen worden. Die beiden überlebten den Anschlag knapp.

Rund vier Monate später starb jedoch die 44-jährige Britin Dawn Sturgess an dem Nervengift, nachdem ihr Partner die Parfümflasche gefunden hatte, mit der russische Spione das Gift ins Land geschmuggelt hatten. Dem Bericht zufolge ist es sehr wahrscheinlich, dass genau diese Parfümflasche benutzt wurde, um das Gift an Skripals Türgriff anzubringen. Die Flasche sei dann »rücksichtslos« weggeworfen worden.

»Ihr Tod war unnötig und willkürlich«

Für den Tod der unbeteiligten Britin trage daher der russische Präsident Wladimir Putin die »moralische Verantwortung«, betonte der Bericht. Für die konkrete Tat werden insgesamt drei russische Geheimdienstoffiziere verantwortlich gemacht, zwei sollen den Anschlag ausgeführt haben. Als Reaktion kündigte die britische Regierung neue Sanktionen gegen den Geheimdienst GRU an und bestellte den russischen Botschafter ein. Großbritannien werde sich immer »gegen Putins brutales Regime stellen und seine mörderische Maschinerie als das bezeichnen, was sie ist«, sagte Premierminister Keir Starmer.

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Dawn Sturgess sei »völlig unschuldig« und Opfer der »grausamen« Handlungen anderer gewesen, sagte der Vorsitzende der Untersuchung, Anthony Hughes. »Ihr Tod war unnötig und willkürlich.«

Der Vater von Dawn Sturgess sagte, die Familie könne sie jetzt zurückhaben. Sieben Jahre lang sei über Dawn öffentlich gesprochen worden, nun könne sie in Frieden ruhen. Die Familie kritisierte, dass der Bericht keine Empfehlungen enthalte, wie Fälle dieser Art verhindert werden könnten.

mgr/dpa/Reuters