Das Leben des britischen Musikers Elton John hat sich im Zuge einer schweren Augenkrankheit im Sommer 2024 grundlegend verändert. Während eines Urlaubs in Südfrankreich zog sich der 78-Jährige eine beidseitige Infektion zu. Die Folge: Auf dem rechten Auge verlor er sein Sehvermögen vollständig, das linke ist seither stark beeinträchtigt.
Im Interview mit dem US-Magazin »Variety« blickt John auf die vergangene Zeit seitdem zurück – eine Zeit, die er als »verheerend« beschreibt. »Da ich mein rechtes Auge verloren habe und mein linkes Auge nicht so gut ist, waren die letzten 15 Monate eine Herausforderung für mich, weil ich nichts sehen, nichts anschauen und nichts lesen konnte.«
Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Trotz aller Einschränkungen versucht der Sänger, optimistisch zu bleiben; Kraft schöpft John vor allem aus seinem privaten Umfeld. Sein Ehemann David Furnish und die gemeinsamen Söhne seien sein größter Rückhalt. »Man muss einfach die Zähne zusammenbeißen«, sagt er. Er hofft auf neue Erkenntnisse in der Forschung: »Ich muss einfach geduldig sein und darauf vertrauen, dass mir die Wissenschaft eines Tages dabei helfen wird. Sobald sie mir dabei helfen, wird es mir wieder gut gehen.«
Furnish erklärt, dass die bisherigen Therapien erste Ergebnisse zeigen: Johns linkes Auge reagiere positiv, was beiden Hoffnung gebe. Gleichzeitig prüfe man weitere Behandlungsmöglichkeiten und erhalte viele Angebote aus der medizinischen Fachwelt. Die Verletzung der Netzhaut im rechten Auge sei komplex, da sie sich nicht selbst regenerieren könne – ein Bereich, in dem die Forschung noch große Schritte vor sich habe. Doch die Entwicklung sei rasant: KI eröffne der Medizin neue Wege: »Was KI allein für Medizin und Wissenschaft leistet, ist erstaunlich. Es gibt viele neue Theorien und Durchbrüche, und Daten können viel schneller ausgewertet und Studien viel schneller durchgeführt werden als früher.«
Auch die Anteilnahme aus der Musikwelt berührt ihn. Paul McCartney melde sich regelmäßig per Videoanruf, ebenso Größen wie Mick Jagger, Pete Townshend oder auch eine kurze E-Mail von Keith Richards: »Darling, wie geht’s dir? Du weißt, wir lieben dich.«
Trotz seiner Sehprobleme steht John weiter auf der Bühne. Zuletzt trat er beim Grand Prix in Singapur auf. Ganz lasse sich die Situation jedoch nicht verdrängen: »Manchmal zieht es mich runter«, sagt er. Dennoch überwiege die Dankbarkeit. »Ich habe eine wunderbare Familie. Man darf die Hoffnung nicht aufgeben.«
