Russland kann in seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine offenbar nicht mehr unautorisiert auf die Satellitentechnik Starlink zugreifen. So zumindest ist eine entsprechende Äußerung von Elon Musk im Netz zu verstehen. Musk ist Besitzer des Raumfahrtunternehmens SpaceX, welches das Satellitennetzwerk Starlink betreibt.
»Sieht so aus, als hätten die Schritte, die wir unternommen haben, um die unautorisierte Nutzung von Starlink durch Russland zu stoppen, funktioniert. Sagen Sie uns Bescheid, falls noch mehr getan werden muss«, schrieb der Milliardär auf seiner Plattform X.
Technik für die Ukraine wichtig
Auch der ukrainische Verteidigungsminister Mychailo Fedorow teilte auf X einen Beitrag, der nahelegt, dass der russische Zugriff unterbunden werden konnte. Für die ukrainische Armee ist Starlink wichtig für die Kommunikation. Würde das komplette Starlink-Satellitennetzwerk in der Region abgeschaltet werden, könnte auch die ukrainische Armee es nicht mehr nutzen.
Musks Entscheidung, Starlink-Terminals zu Beginn der Invasion in die Ukraine zu schicken, sei »für die Widerstandsfähigkeit unseres Landes von entscheidender Bedeutung« gewesen, hatte Fedorow in der Vergangenheit erklärt.
Ukraine, together with @Starlink, has already taken the first steps that delivered rapid results in countering Russian drones.
— Mykhailo Fedorov (@FedorovMykhailo) February 1, 2026
The next step is implementing a system that will allow only authorized terminals to operate on the territory of Ukraine.
In the coming days, we will…
Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Fedorow und das in Washington ansässige Institut für Kriegsstudien (ISW) hatten Anfang der Woche allerdings bekannt gegeben, dass auch die russische Armee Starlink-Satelliten unbefugt nutze. Das Ziel: russische Drohnen tief in ukrainisches Gebiet zu steuern.
Eine mit Starlink verbundene BM-35-Drohne habe vermutlich eine Reichweite von 500 Kilometern. Das bringe den größten Teil der Ukraine, ganz Moldau und einige Regionen Polens, Rumäniens und Litauens in Reichweite dieser Drohnen, wenn sie aus Russland oder der russisch besetzten Ukraine gestartet werden, hieß es weiter.
Neue Registrierung für ukrainische Terminals
Russland greift nach bald vier Jahren Krieg derzeit massiv die Energieinfrastruktur der Ukraine an. Offenbar setzt die Armee vermehrt auch Angriffsdrohnen ein, die resistenter gegen elektronische Kampfführung sein könnten – dank Technik aus den USA. (Mehr dazu lesen Sie hier.) Zahlreiche Menschen in der Ukraine sind bei Minusgraden ohne Strom und Heizung, während die Temperaturen mitunter deutlich unter null fallen.
Die nun gefundene technische Lösung sieht offenbar unter anderem vor, dass berechtigte Nutzer in der Ukraine unter anderem ihr Starlink-Terminal in einem einfachen Prozess registrieren müssen, wobei unregistrierte Terminals wohl später abgeschaltet werden. Fedorow bedankte sich direkt bei Musk. Fedorows Antwort legte aber auch nahe, dass noch weitere Schritte zur Lösung des Problems nötig seien.
