SpOn 19.11.2025
14:55 Uhr

Elektromobilität: Kabinett beschließt »Masterplan Ladeinfrastruktur 2030« für einfaches Laden von E-Autos


Die Bundesregierung verspricht, das Laden von E-Autos transparenter und einfacher zu machen. Es gibt einen Haken: Teile des Masterplans sind abhängig von der Haushaltslage.

Elektromobilität: Kabinett beschließt »Masterplan Ladeinfrastruktur 2030« für einfaches Laden von E-Autos

Wenn der Plan der Bundesregierung aufgeht, soll Laden so einfach werden wie Tanken. Das Kabinett hat einen »Masterplan Ladeinfrastruktur 2030« beschlossen. Ein zentraler Punkt: »Beim Bezahlen und der Abrechnung soll Laden nicht komplizierter sein als Tanken.«

Derzeit sieht es oft noch anders aus. »Der Tarifdschungel ist häufig undurchsichtig«, kritisiert der ADAC. Bezahlmöglichkeiten seien unzureichend und eine Anzeige der Preise je Ladevorgang fehle oft. Auch aus Sicht von Gregor Kolbe vom Verbraucherzentrale Bundesverband ist es problematisch, dass die öffentlichen Ladepreise für E-Auto-Fahrer nicht transparent genug sind. Die Bundesregierung plant hier nun Verbesserungen.

Vorgesehen sind außerdem verschiedene Förderprogramme, zum Beispiel für den Aufbau von Lademöglichkeiten in Mehrparteienhäusern. Allerdings ist die Umsetzung aller »finanzwirksamen Maßnahmen« des Masterplans abhängig von der Haushaltslage. Die Bundesregierung muss in den kommenden Jahren sparen, im Kernhaushalt klaffen Finanzlücken.

Mehr Preistransparenz

Viele Nutzer seien noch zu oft mit schwer vergleichbaren Ladeangeboten konfrontiert, heißt es in dem Plan mit Blick auf öffentliche Ladesäulen. Das schwäche das Vertrauen in die Elektromobilität und bremse den Umstieg. Die Bundesregierung setze sich daher für klare Rahmenbedingungen ein, um Preistransparenz, digitale Preisinformationen und dynamischen Wettbewerb zu gewährleisten.

Eine »Preistransparenzstelle« für Ad-hoc-Preise soll die Integration dieser Daten in Apps und Navigationssysteme für Endverbraucherinnen und Endverbraucher ermöglichen. »Wer elektrisch fährt, soll jederzeit technisch verlässliche Ladeangebote zu transparenten und wettbewerblichen Preisen vorfinden – egal wo, wann und wie schnell geladen wird«, heißt es im Masterplan.

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Eine aktuelle Befragung im Auftrag der Verbraucherzentralen zeigt, dass für 84 Prozent der Befragten beim Umstieg auf Elektromobilität entscheidend ist, dass die Preise für das öffentliche Laden transparent und einheitlich gestaltet sind.

»Aktuell erfahren Verbraucherinnen und Verbraucher den Preis für das Spontanladen oft erst an der Ladesäule«, kritisieren die Verbraucherschützer. Dazu kommt: Laden an öffentlichen Ladesäulen ist deutlich teurer als beim privaten Laden daheim, wie es in einem Papier des Verbands der Automobilindustrie (VDA) heißt. Der ADAC betont, eine Senkung der Stromsteuer auch für private Verbraucher wäre ein wichtiger Schritt.

Deutlich mehr Schnellladepunkte

E-Autos sollen eine Schlüsselrolle dabei spielen, damit im Verkehr Klimaziele erreicht werden. Der Sektor verfehlt bisher regelmäßig Vorgaben. Der Ausbau des Ladenetzes schreitet voran. Laut Bundesnetzagentur gab es zum 1. Oktober rund 80.000 öffentliche Ladepunkte, darunter rund 44.250 Schnellladepunkte.

»Insbesondere die Anzahl der Schnellladepunkte nimmt erfreulicherweise stark zu«, sagt Verbraucherschützer Kolbe. »Trotzdem gibt es weiterhin weiße Flecken auf der Landkarte.« Die Bundesregierung müsse entsprechende Rahmenbedingungen schaffen, und die Ladesäulenbetreiber müssten kontinuierlich investieren.

Derzeit seien die Lademöglichkeiten im Verhältnis zur Zahl der E-Pkw überwiegend ausreichend, so der ADAC. In Ballungszentren oder direkt an der Autobahn gebe es aber Kapazitätslücken.

Durch eine staatliche Förderung sollen außerdem Eigentümergemeinschaften angeregt werden, mehr in Ladesäulen zu investieren.

kko/dpa