Die Internationale Energieagentur (IEA) geht in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht davon aus, dass in diesem Jahr weltweit 23 Millionen Pkw mit elektrischem Antrieb verkauft werden, fast 30 Prozent aller Neuwagen.
Schon 2025 sei der weltweite Absatz um 20 Prozent auf mehr als 20 Millionen gestiegen, teilte die IEA in Paris mit. Chinesische Autohersteller lieferten 60 Prozent der weltweit verkauften Elektrowagen, während europäische und nordamerikanische Hersteller jeweils etwa 15 Prozent der E-Autos produzierten. Die IEA zählt neben rein batterieelektrischen Fahrzeugen auch Plug-in-Hybride, die auch noch einen Verbrennungsmotor an Bord haben, als Elektroautos.
In Deutschland, dem größten Markt für E-Autos in Europa, stieg der Absatz 2025 den Angaben zufolge um 50 Prozent und erreichte mit 850.000 Fahrzeugen einen Rekordwert. Dieser Aufschwung sei nicht nur durch steuerliche Vergünstigungen für Elektro-Firmenwagen unterstützt worden, sondern auch durch eine größere Verfügbarkeit erschwinglicherer Modelle, so die IEA. Rund 30 Prozent der 2025 in Deutschland verkauften Autos waren demnach Elektrofahrzeuge, knapp unter dem Rekordanteil von 31 Prozent im Jahr 2022. Bei vollelektrischen Pkw wurde der Rekord gebrochen.
Gering- und Mittelverdiener können nun auch wieder üppige Prämien für neue E-Autos beantragen. In vielen Fällen können sie damit im Vergleich zu einem klassischen Verbrenner-Pkw deutlich sparen. Lesen Sie hier , wie Sie an das Fördergeld für ein Elektroauto kommen.
Die Sperrung der Straße von Hormus und ein anhaltend hohes Ölpreisniveau dürften den Verkauf von E-Autos mittelfristig weiter ankurbeln, heißt es in dem Bericht. Erwartbar sei, dass Länder Kaufprämien und Vergünstigungen für Elektrowagen einführen, um die Bevölkerung zu entlasten und die Abhängigkeit von Ölimporten zu verringern.
Insbesondere chinesische Hersteller lieferten kostengünstige E-Autos, was die Entscheidung von Ländern zu Kaufprämien und deren Ausgestaltung beeinflussen könne, hieß es in dem IEA-Bericht. Stark von Ölimporten abhängige Länder und solche ohne eigene Autoindustrie könnten sich schneller zu Kaufförderungen entscheiden als Staaten mit einer eigenen Fertigung von E-Autos, denen oft günstigere Importe aus China Konkurrenz machten.
- Interaktive Deutschlandkarte: Sind Elektroautos in Ihrer Gemeinde schon normal? Von Arvid Haitsch und Alexander Trempler
- Riskante Schifffahrtsrouten: Sind diese Wege dicht, kämpft die ganze Welt mit den Folgen Von Susanne Götze und Anna-Lena Kornfeld
- Teures Gas, teurer Sprit: Irankrieg treibt Nachfrage nach Solaranlagen und Elektroautos
»Die wachsende Beliebtheit von Elektrofahrzeugen hat einen bedeutenden Wandel für die Automobilmärkte und das Energiesystem insgesamt eingeleitet – und sie sorgt derzeit für eine gewisse Entlastung inmitten der größten Ölversorgungskrise der Geschichte«, sagte IEA-Direktor Fatih Birol. Die heute fahrenden E-Autos senkten den Ölbedarf bereits um 1,2 Millionen Barrel pro Tag, gut ein Prozent der globalen Nachfrage. »Mit Blick auf die Zukunft dürften die gesunkenen Batteriepreise und die möglichen politischen Reaktionen auf die aktuelle globale Energiekrise den Märkten für Elektrofahrzeuge weiteren Schwung verleihen.«

