Elektroautos sind laut einem Expertenreport kaum noch teurer als Wagen mit Verbrennungsmotor. Die Marktkräfte hätten dafür gesorgt, dass die Preisunterschiede zu gleichwertigen Verbrennern geschmolzen seien, berichtet das Bochumer Center Automotive Research (Car) in seiner regelmäßigen Rabattstudie. Anfang des Jahres lag der durchschnittliche Mehrpreis bei über 7300 Euro. Im Dezember waren Elektromodelle nur noch 1340 Euro teurer als vergleichbare Verbrenner.
Der Marktanteil der vollelektrischen Batterieautos stieg laut dem Bericht auch ohne staatliche Kaufprämien von gut 13 auf mehr als 22 Prozent zum Jahresende. Das Institut beobachtet bei den jeweils 20 wichtigsten Modellen (Verbrenner/Batterie) die Transaktionspreise, die Käufer tatsächlich für die Autos zahlen müssen. Die Preise für Stromer gingen demzufolge kontinuierlich zurück, von 38.488 Euro im Januar auf zuletzt noch 34.458 Euro. Der Durchschnittspreis für einen neuen Verbrenner hingegen stieg bis Februar deutlich an, auf gut 33.000 Euro und blieb im restlichen Jahresverlauf in etwa auf diesem Niveau. Die Hersteller gewährten bei E-Autos im Schnitt einen Rabatt von 18,1 Prozent auf den Listenpreis. Bei Verbrennern betrug der durchschnittliche Nachlass 19,3 Prozent.
Neue Kaufprämien überflüssig?
Die Schere werde sich weiter schließen, heißt es in dem Bericht. Demnach kostet das Elektromodell von manchen Autos, wie dem Mini Cooper, inzwischen genauso viel wie das Benzin-Modell. Laut Car liegt das daran, dass Hersteller Elektroautos immer günstiger produzieren können – etwa weil sie in größeren Mengen gebaut und die Rohstoffe für Batterien billiger oder effizienter eingesetzt werden.
Für die Entwicklung seien allein Marktkräfte verantwortlich, betont Car-Direktor Ferdinand Dudenhöffer. Es habe 2025 keinen nennenswerten Ausbau der Ladeinfrastruktur und keine subventionierten Kaufanreize gegeben. Die von der Bundesregierung geplanten Kaufprämien seien überflüssig und dürften vollständig in Mitnahmeeffekten enden.
Für 2026 plant Schwarz-Rot eine neue Förderung für elektrische und elektrifizierte Pkw-Modelle. Das genaue Konzept wird noch ausgearbeitet. Fest steht, dass Haushalte mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von bis zu 80.000 Euro (pro Kind verschiebt sich die Grenze um 5000 Euro nach oben) einen Zuschuss von mindestens 3000 Euro beim Kauf eines neuen Elektroautos oder Plug-in-Hybrid-Modells erhalten sollen. Die Prämie kann auf bis zu 5000 Euro steigen, wenn Kinder im Haushalt leben und das monatliche Nettoeinkommen bei weniger als 3000 Euro liegt. Ob es eine Preisgrenze für förderfähige Fahrzeuge geben wird, ist noch nicht bekannt. Zudem wird geprüft, ob auch Gebrauchtfahrzeuge gefördert werden .
Laut einem Bericht des Automobilklubs ADAC sind Pkw mit Verbrennungsmotor jedoch in manchen Fällen auch über die gesamte Lebensdauer noch günstiger als E-Autos. Besonders die Strompreise und der Wertverlust bleiben demnach entscheidende Hürden für die Wirtschaftlichkeit von Elektroautos, so die im November veröffentlichte Erkenntnis.
Mehr E-Autos aus China
Experte Dudenhöffer rechnet für das Jahr 2026 mit einem weiteren Anstieg des Elektroanteils. Die CO₂-Flottenvorgaben für die Hersteller blieben bestehen, und es kämen wichtige neue E-Modelle wie der VW ID Polo auf den Markt. Auch dürften die chinesischen Hersteller ihre Exportbemühungen ausweiten, sagte Dudenhöffer weiter.
Der chinesische Autobauer BYD – kurz für »Build your dreams« – etwa wird im Jahr 2025 voraussichtlich so viele E-Autos verkauft haben wie kein anderes Unternehmen weltweit. Bisherige Verkaufsdaten deuten an, dass die Chinesen weit am bisherigen Marktführer Tesla vorbeigezogen sind. Bis Ende November hatte das Unternehmen aus Shenzhen 2,07 Millionen reine Elektrofahrzeuge abgesetzt.
