SpOn 06.01.2026
16:25 Uhr

Elektroauto-Rekord: Mehr als 545.000 Batterie-Pkw 2025 in Deutschland zugelassen


Fast jeder fünfte Neuwagen in Deutschland war 2025 ein reines Elektroauto. Experten erkennen dennoch Konjunkturprobleme für den nicht mehr ganz so alternativen Antrieb.

Elektroauto-Rekord: Mehr als 545.000 Batterie-Pkw 2025 in Deutschland zugelassen

In Deutschland wurden 2025 deutlich mehr Elektroautos verkauft. Mehr als 545.000 reine Batterieautos (BEV) sind im Gesamtjahr 2025 neu auf die Straße gekommen, wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) mitteilte. Das waren 45 Prozent mehr als im äußerst schwachen Vorjahr. Damals war wegen des überraschenden Endes der sogenannten Umweltprämie der Absatz eingebrochen.

2025 war nahezu jede fünfte Neuzulassung ein BEV. Ihr Anteil an allen Neuzulassungen legte mit gut 19 Prozent um rund 5,6 Prozentpunkte im Vorjahresvergleich zu. Die Bundesregierung hatte im Oktober die Wiedereinführung einer E-Auto-Kaufprämie angekündigt, die im Laufe dieses Jahres kommen soll und von der vorwiegend Geringverdiener profitieren sollen. Das könnte den Absatz weiter ankurbeln.

Fachleute sehen angesichts der 2025er-Zahlen noch kein goldenes Zeitalter der Elektromobilität in Deutschland. »Die Zahlen deuten auf den ersten Blick auf einen Elektroboom hin«, teilte Verkehrsexperte Constantin Gall von der Beratungsgesellschaft EY mit. »Tatsächlich aber gleicht das starke Wachstum des Jahres 2025 nur den Absatzeinbruch des Jahres 2024 aus.« Im Vergleich zu 2023 liege die Steigerung bei lediglich rund vier Prozent.

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2023 zahlte der Staat E-Auto-Käufern allerdings noch einen Zuschuss von 4500 Euro pro Fahrzeug. Im vergangenen Jahr gab es keine Kaufprämie mehr, wie bereits 2024. Attraktiv sind aber weiterhin Vergünstigungen für Fahrer von elektrischen Dienstwagen, sie müssen nur 0,25 Prozent des geldwerten Vorteils versteuern. Bei Verbrennern ist es ein Prozent.

Der erhoffte Aufschwung vollziehe sich deutlich langsamer und zäher als erwartet, sagt Gall. Auch aus Sicht des Verbands der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) bleibt die Entwicklung des E-Absatzes hinter den Erwartungen zurück.

Vor der Pandemie wurden deutlich mehr Autos verkauft

»Die anhaltende Diskussion rund um das faktische Verbrennerverbot 2035 verstärkt die Verunsicherung der Verbraucher und verzögert den schnellen Markthochlauf«, schreibt Autoexperte Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach. Für 2026 rechnet das CAM mit 740.000 neu zugelassenen reinen E-Autos, was dann einem BEV-Marktanteil von etwa 25 Prozent entspreche. Voraussetzung: Die neue Kaufprämie kommt und die Wirtschaft bricht nicht ein.

Insgesamt hat die Nachfrage nach Neuwagen insbesondere zum Jahresende über alle Antriebsarten hinweg angezogen. Im Gesamtjahr 2025 kamen in Deutschland dem KBA zufolge rund 2,9 Millionen Pkw neu auf die Straßen. Das waren rund 1,4 Prozent mehr als im Vorjahr, auch dank eines starken Dezembers. Das Wachstum liege leicht über den Prognosen der Hersteller, teilte VDIK-Chefin Imelda Labbé mit.

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) rechnet für das laufende Jahr mit einem leichten Wachstum. Insgesamt könnten demzufolge rund 2,95 Millionen Autos neu zugelassen werden. Vom bisherigen Rekordjahr 2019, also vor der Pandemie, sind aber auch diese Zahlen noch deutlich entfernt. Damals wurden bezogen auf die Prognose für 2026 fast 20 Prozent mehr Neuwagen zugelassen.