SpOn 02.03.2026
18:50 Uhr

Eischnelllauf-Verband DESG: Fridtjof Petzoid aus Bundeskader gestrichen


So geht man im deutschen Eisschnelllauf-Verband also mit Kritik um: Erst werden Journalisten ausgeschlossen, dann fliegt der Olympiateilnehmer Fridtjof Petzold aus dem Kader.

Eischnelllauf-Verband DESG: Fridtjof Petzoid aus Bundeskader gestrichen

Der Eisschnellläufer Fridtjof Petzold gehört zu den Besten im Lande. Er hat als Zweiter im Weltcup in Calgary schon mal auf dem Podest gestanden, er hat mehrere Top-Ten-Platzierungen errungen, er war Olympiateilnehmer bei den Olympischen Winterspielen von Mailand. Das deutsche Eisschnelllaufen hat nicht mehr viele, die so etwas vorweisen können.

Dennoch gehört Petzold dem Bundeskader nicht mehr an, für die ausstehenden Rennen der Saison wurde er suspendiert.

Er hat sich etwas zuschulden kommen lassen, das im Verband, der Deutschen Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft DESG, nicht geduldet wird: Er hat den Mund aufgemacht.

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In der Kolumne »Haltungsnote« würdigen oder kritisieren wir jede Woche besondere Auftritte in der Sportwelt.

Der 28-Jährige hat bei den Olympischen Winterspielen im Gespräch mit Journalisten fehlende Unterstützung durch den Verband und ein gestörtes Verhältnis zum Bundestrainer beklagt. Und angedeutet, dass im Verband nur aufsteige, wer ein gutes Verhältnis zum Präsidenten Matthias Große habe.

Große hat daraufhin so reagiert, dass sich Petzold in allem bestätigt fühlen darf. Erst einmal hat der Präsident den Athleten vor der Presse abgekanzelt als einen, »der keine Leistung bringt«, danach hat er ihn vorläufig aus dem Bundeskader gestrichen und ihn für die nächsten Starts suspendiert.

Große begründet das damit, dass Petzold durch das Äußern öffentlicher Kritik einen »Bruch der Kaderkriterien« vollzogen habe. Vom mündigen Athleten zum entmündigten Athleten.

Das ist jener Matthias Große, der in der Vorwoche noch zwei ihm missliebige Journalisten mit Hausverbot für die Pressekonferenz der DESG belegt hatte, bei der er dann Kübel von Unflat über die beiden Reporter auskippte.

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Petzold hatte in Mailand noch angemerkt: »Jeder hat da natürlich auch Angst, irgendwie was zu sagen, weil er um seinen Job besorgt ist, dass er ihn dann verliert.« Was zu beweisen war.