SpOn 28.11.2025
17:57 Uhr

Eisbachwelle in München: Experiment zur Rückkehr der Welle erfolgreich


Weißwasserwalze statt grüner Welle: Seit Wochen verzweifeln die Surfer am Münchner Eisbach. Jetzt melden Strömungsexperten einen Durchbruch. Kehrt die Welle bald dauerhaft zurück?

Eisbachwelle in München: Experiment zur Rückkehr der Welle erfolgreich

München ohne Eisbachwelle ist für etliche Menschen  wie die Wiesn ohne Bier. Für sie gibt es jetzt gute Nachrichten: Bei einem Vorversuch haben Strömungsexperten der Hochschule München mit Holzbrettern, sogenannten Kickern, die Welle zurückbringen können. »Mit allen Kickern konnte eine circa drei Meter lange grüne Welle erzeugt werden«, wurde Professor Robert Meier-Staude, der den Vorversuch leitete, in einer Mitteilung zitiert.

Der Experte weiter: »Nachdem die Kicker entfernt wurden, blieb die Welle für wenige Minuten grün, dann brach sie wieder zusammen, es entstand wieder die Weißwasserwalze.« Diese hatte in den vergangenen Wochen nicht nur bei den Surfern für Frust gesorgt, sondern auch bei Besuchern des Englischen Gartens, die auf den Anblick des Surf-Vergnügens in der Innenstadt verzichten mussten.

Wann kann wieder gesurft werden?

Meier-Staude macht jetzt Hoffnung auf eine Rückkehr der Welle. Um den Eisbach auf seiner ganzen Breite wieder surfbar zu machen, sei der Einbau einer dreiteiligen Rampe nötig. Dann könne sich stromabwärts eine langsam rotierende Walze bilden, in der sich Kies ablagern kann.

Strömungsexperten an der verschwundenen Eisbachwelle

Strömungsexperten an der verschwundenen Eisbachwelle

Foto: Malin Wunderlich / dpa

Das allerdings könnte eine Weile dauern: »Die Rampe muss für circa drei Monate im Bach bleiben, bis sich die Sohle so weit renaturiert hat, dass die Strömung auch ohne Rampe wieder ablöst und die grüne Welle entsteht«, erklärt der Strömungsexperte. Ob währenddessen auch schon dort gesurft werden kann, blieb zunächst aber unklar.

Der nötige Antrag für die dreiteilige Rampe sei schon gestellt, der Hauptversuch soll »so bald wie möglich starten – am besten bereits in der kommenden Woche«, teilte die Hochschule mit. Zusätzlich zur Rampe sollen dafür zwei Kubikmeter Kies in den Eisbach gekippt werden.

Weißwasser statt grüner Welle

Im Oktober war nach Angaben des Baureferats unter anderem das Bachbett von Unrat und Sedimenten befreit worden. Anschließend war die Welle verschwunden, sie baute sich nicht mehr wie gewohnt auf. Warum, ist nicht ganz klar.

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Zuletzt hatte sich an der Stelle nur ein wilder Weißwasserwirbel gebildet. Seit Wochen wird diskutiert, wie die berühmte Surfwelle wiederbelebt werden kann. Unbekannten war das in Nacht- und Nebelaktionen mithilfe einer selbst gebauten Rampe auch schon kurzfristig gelungen, wie Videos solcher Aktionen auf Instagram zeigten.

mkh/dpa