SpOn 30.12.2025
18:36 Uhr

Eisbachwelle: Flusssurfen - Alternativen zur Münchener Eisbachwelle


Wer die Eisbachwelle in München vermisst, kann sich sein Board schnappen und einfach ein Bahnticket nach Hannover lösen. Glücklicherweise gibt es aber auch aufregendere Surf-Alternativen auf Flüssen. Der Überblick.

Eisbachwelle: Flusssurfen - Alternativen zur Münchener Eisbachwelle

Die Eisbachwelle ist fort. Mehr als 40 Jahre lang war sie ein Wahrzeichen der Stadt München, ein international bekannter Surfspot. Nach der jährlichen Bachauskehr baute sie sich nicht mehr auf, Sportler und Behörden streiten über die Zukunft der Flusswelle. Zuletzt rückte sogar die Feuerwehr aus, um einen Balken zu entfernen. Mit diesem wollten Aktivisten die Welle wiederbeleben.

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Und nun? »Wenn die Welle nicht zurückkommt, dann wandere ich aus«, sagte eine Münchnerin dem SPIEGEL  bereits Anfang November. Bloß wohin? Hier sind ein paar Vorschläge, wo sonst noch Flusswellen zu finden sind.

Leinewelle, Hannover

Seit 2023 ist die Leine ein Surfgebiet, zumindest an der künstlichen Welle im Zentrum Hannovers. Ein Verein trägt das Projekt, die Stadt unterstützt es – nur nicht mit Geld. Laut der Webseite  wurde der Bau mit Spenden und Sponsoren finanziert.

Nun trägt die Welle zwar einen Namenszusatz wie moderne Fußballarenen, kann aber von Einsteigern und Profis gesurft werden.

Bremgarten, Schweiz

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Zwei Wehre im Fluss Reuss in der Schweiz lassen das »Aargauer Surfmekka« entstehen, so zumindest zitiert der örtliche Tourismusverband sogenannte Insider. Das Honegger-Wehr sorge für eine stehende Welle, »die niemals endet und zum Wellenreiten geradezu einlädt«.

Nur wenn die Reuss nach Regen viel Wasser führt, müssen Surferinnen und Surfer offenbar ein gewisses Magen-Darm-Risiko in Kauf nehmen. »Ich hatte auch schon Durchfall, aber das gehört halt dazu«, sagte etwa ein Surfer bei »Tele M1« , grob übersetzt.

Severn, England

Foto: Ryan Pierse / Getty Images

Wer ein außergewöhnliches Erlebnis sucht, sollte eine Reise ins englische Gloucestershire planen. Dort fließt der Fluß Severn, in dem die Welle nicht steht. Sie rauscht hindurch – und mit ihr manchmal auch Langstreckensurfer. Wer sich seit dem Verschwinden der Eisbachwelle für die Wissenschaft der Wellen begeistert, kann hier  nachlesen, wie das funktioniert. Die Severn-Welle entsteht im Wechsel von Niedrigwasser zu Hochwasser, der Bristol Channel wirkt wie ein Trichter, so in etwa. Danach rollt die Welle tosend den schlammbraunen Fluss entlang und kann je nach Wetterlage zwei Meter hoch werden.

Ein Wort der Warnung an diejenigen, die sich nun auf die »Severn Bore«, so wird die Welle genannt, wagen wollen: Der Spitzname des ersten Surfers dort lautete laut »BBC« »Mad Jack«. Colonel John Churchill soll 1955 die Welle mit einem selbst gebauten Surfbrett geritten haben.

G-Wave, Colorado River, USA

Wer die Kombination aus Nähe zu Skigebieten und einer Welle zum Surfen schätzt, könnte nach dem Ausfall der Eisbachwelle mit einer Reise in die USA liebäugeln. Knapp drei Autostunden von Denver entfernt im US-Bundesstaat Colorado wird seit 2008 im Colorado River gesurft: auf der künstlich angelegten »G-Wave« im Glenwood Springs Whitewater Park .

Die Strömungsgeschwindigkeit der künstlichen Welle ist abhängig von den Jahreszeiten, am populärsten ist sie zwischen Mai und September laut der Informationswebsite für Touristen .

Montréal, Kanada

Der Wohnhauskomplex Habitat 67 war ein Wahrzeichen der Weltausstellung in der kanadischen Metropole 1967. In unmittelbarer Nähe rauscht das Wasser des Sankt-Lorenz-Stroms über eine Senke im Flussbett und erzeugt eine stehende Welle.

Sie kann bis zur Hüfte oder sogar über Kopfhöhe reichen, hieß es 2009 in einem Selbstversuch der »New York Times« . Der Surfspot wird laut der »Montreal Gazette«  von einem Kollektiv gepflegt, das etwa spitze Steine im Flussbett entfernt.

Kananaskis River, Kanada

Wer schon in Kanada ist, die Stadt aber lieber verlassen möchte, findet Surfspots am Kananaskis River in der Nähe von Calgary. Sie wurden von der Alberta River Surfing Association aufgebaut, für die »Mountain Wave« mussten die Surfer eine Dekade lang um die Genehmigung kämpfen, berichtet der Sender »CBC« .

Jetzt ist es eine stehende Welle, die von der Alberta River Surfing Association jedoch nur fortgeschrittenen Surfern empfohlen wird. Laut Webseite  etwas leichter, aber auch nicht für Anfängerinnen und Anfänger geeignet: die »Santa Claus in the Kananaskis«.

Sambesi-Welle, Simbabwe/Sambia

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Die Welle im Sambesi-Fluss zwischen Simbabwe und Sambia ist wohl das absolute Gegenteil einer anfängerfreundlichen Welle in einer Innenstadt. Extrem abgelegen, nur unter Gefahr zu erreichen: So hat sich die Welle sogar für einen Auftritt in der »BBC«-Reihe »Earth’s Great Rivers«  qualifiziert.

Was die Welle zudem besonders macht: Sie taucht nur wenige Tage im Jahr auf, abhängig vom Wasserstand. Auf Surfblogs heißt es zudem, man könne dort auch Krokodile treffen. Vielleicht eignet sich die Welle im Sambesi also eher für eine Reise auf YouTube statt mit dem Flugzeug.