Grönland soll zur USA gehören… zumindest, wenn es nach US-Präsident Donald Trump geht. Der hat in den vergangenen Tagen immer wieder Anspruch auf die Insel im hohen Norden erhoben. Bei Politikbeobachtern steigt somit die Sorge vor einer militärischen Auseinandersetzung der beiden Staaten. Wie geht es den Grönländern selbst?
Jan Petter, SPIEGEL Reporter:
»Das macht vielen Menschen hier Angst. Wir haben mit Menschen gesprochen, die sagen, wenn es soweit wäre, dann würden wir mit einem Boot fliehen. Wir haben mit einer Mutter gesprochen, die sagt, ihre Kinder können nicht mehr schlafen. Sie stellen Fragen, weil sie sich das alles nicht vorstellen können. Es heißt jetzt auch, dass die Menschen sich vorbereiten sollen, dass sie Vorräte anlegen sollen. Das macht natürlich die Sorgen nicht geringer.«
Zahlreiche europäische NATO-Staaten haben sich nun mit Grönland solidarisiert. Allein in dieser Woche war neben Außenministern Dänemarks und Grönlands auch der deutsche Außenminister Johann Wadephul nach Washington gereist, um Trump von seinen Übernahmeplänen abzubringen – Ausgang: noch immer unklar.
Jan Petter, SPIEGEL Reporter:
»Niemand weiß, wie es weitergeht. Es heißt, europäische Staaten schicken in den kommenden Tagen Soldaten hierher. Es heißt, es sollen künftig mehr Übungen stattfinden. Aber ob das reicht, um dieser Krise beizulegen, das bezweifeln hier viele.«
Aktuell gehört Grönland zu Dänemark. Die Grönländer möchten, dass das so bleibt.
Jan Petter, SPIEGEL Reporter:
»Es gibt hier eigentlich einen großen Wunsch nach Unabhängigkeit, nach Freiheit. Wir haben mit einem Mann gesprochen, der sagte Freiheit, das gibt es derzeit nur von den USA und nicht mit.«