SpOn 15.02.2026
03:24 Uhr

Ecuador: Acht abgetrennte Köpfe in Küstenprovinz entdeckt


In Ecuadors Küstenprovinz Guayas sind acht abgetrennte Köpfe entdeckt worden. Die Tat dürfte laut Polizei auf das Konto krimineller Banden gehen. Es ist nicht der erste derartige Fund.

Ecuador: Acht abgetrennte Köpfe in Küstenprovinz entdeckt

Unweit der Köpfe seien Zettel mit der Aufschrift »Stehlen verboten« gefunden worden, sagte Polizeikommandeur Marcelo Castillo am Samstag. Hintergrund der Tat seien vermutlich Auseinandersetzungen zwischen »kriminellen Banden«. Entdeckt wurden die acht abgetrennten Köpfe in Ecuadors Küstenprovinz Guayas.

Erst im Januar waren an einem Touristenstrand in dem südamerikanischen Land fünf Köpfe gefunden worden. Diese wurden regelrecht zur Schau gestellt. In Onlinediensten veröffentlichte Fotos zeigten fünf Köpfe, die mit Seilen an zwei Holzpfosten am Strand von Puerto López festgebunden waren. Auf einer Holztafel daneben wurde Bandenmitgliedern gedroht, die die vor Ort als »Impfkarten« bekannten Schutzgelder erpressen (mehr dazu hier).

Erbitterte Kämpfe zwischen Banden – oft geht es dabei um Drogen – haben Ecuador in das gewalttätigste Land Südamerikas verwandelt. Im vergangenen Jahr lag die Mordrate nach Angaben des Innenministeriums bei 54 pro 100.000 Einwohnern. Das entspricht einem Mord pro Stunde.

Mehr zum Thema

Ecuador liegt zwischen den beiden weltgrößten Kokainproduzenten Kolumbien und Peru und hat sich zu einem wichtigen Transitland für den Drogenhandel entwickelt. Rund 70 Prozent des Kokains wird an Ecuadors Häfen am Pazifik umgeschlagen, Ziel sind zumeist die USA oder Europa. Im vergangenen Jahr wurden in Ecuador laut offiziellen Angaben 227 Tonnen Drogen beschlagnahmt.

Der rechtsgerichtete Präsident Ecuadors, Daniel Noboa, hat in mehreren Provinzen den Notstand ausgerufen und Truppen zur Bekämpfung der Drogenbanden entsandt, bislang allerdings mit geringem Erfolg (mehr darüber, warum Ecuador im Kampf gegen die Kartelle auf die USA setzt, können Sie hier nachlesen ).

hda/AFP