SpOn 11.09.2026
20:55 Uhr

Ebola im Kongo: Neuer Todesfall im Nordwesten verschärft die Lage


Ein neuer Ebola-Toter außerhalb des bisherigen Ausbruchsgebiets verschärft die Lage in der Demokratischen Republik Kongo. Die Behörden rechnen mit zahlreichen Kontaktpersonen und verstärken die Suche nach weiteren Infizierten.

Ebola im Kongo: Neuer Todesfall im Nordwesten verschärft die Lage

Die Ebolaepidemie in der Demokratischen Republik Kongo breitet sich in eine bislang nicht betroffene Region aus. In der nordwestlichen Provinz Sud-Ubangi wurde nach Behördenangaben ein Ebolafall bestätigt – und ‌damit weit entfernt vom Zentrum des bisherigen Ausbruchs.

Bei dem bestätigten Fall handelt es sich um einen Mann, der am Dienstag in der Stadt Gwaka gestorben war. Er hatte sich zuvor in der östlichen Provinz Süd-Kivu aufgehalten und war über Ruanda und Uganda gereist. Die Behörden rechnen deshalb mit einer großen Zahl möglicher Kontaktpersonen.

Nach jüngsten Regierungsangaben wurden bei dem aktuellen, inzwischen 17. Ebolaausbruch im Kongo 6942 Menschen infiziert, 3349 starben. Damit handelt es sich um den zweitgrößten Ebolaausbruch, der jemals registriert wurde.

WHO fordert mehr Behandlungsplätze

Erst kürzlich warnte die WHO, dass die vorhandenen Kapazitäten für Ebolapatienten bei Weitem nicht ausreichen. Derzeit stünden landesweit 1400 Betten in 59 Behandlungszentren zur Verfügung. Benötigt würden weitere 1600 Plätze. Auch die Zahl der Pflegekräfte müsse deutlich steigen – von derzeit rund 4000 auf 9000.

Außerdem werden inzwischen Ebola-Überlebende für den Einsatz in den Behandlungszentren ausgebildet. Nach Angaben der WHO befinden sich unter den rund 1500 Genesenen einige in entsprechender Ausbildung. Gleichzeitig müsse sichergestellt werden, dass die medizinische Versorgung außerhalb der Ebola-Zentren nicht zusammenbreche.

Ein Ebola-Behandlungszentrum mit 50 Betten kostet nach WHO-Angaben rund 500.000 Dollar. Hinzu kommen hohe laufende Kosten für Schutzkleidung und andere Ausrüstung.

Ebola ist eine lebensbedrohliche Infektionskrankheit. Das Virus wird vor allem durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen und kann unter anderem hohes Fieber, Durchfall und Blutungen verursachen.

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mgr/Reuters/dpa