Die Europäische Union hat China offenbar zu einer freiwilligen Begrenzung der Exporte von Hybridfahrzeugen aufgefordert. Dies solle dazu beitragen, einen Handelsstreit abzuwenden, berichtete die »Financial Times« unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.
Brüssel wolle den Absatz chinesischer Hybridautos auf etwa 15 Prozent des EU-Marktes beschränken. »Wenn sie ihre Exporte in unseren Markt nicht begrenzen, werden wir es tun«, zitierte das Blatt einen EU-Vertreter. Es gehe darum, einen industriellen Niedergang in Europa zu stoppen. Dem Bericht zufolge forderte die EU China zudem auf, die Ausfuhr anderer Waren wie Chemikalien zu drosseln. Zugleich solle China mehr europäische Exportgüter kaufen.
Die steigenden chinesischen Exporte , darunter Chemikalien, Batterien und Fahrzeuge, führt die EU auf Überkapazitäten zurück. Diese Kritik wies die Volksrepublik zurück. Die Bedenken hinsichtlich wirtschaftlicher Ungleichgewichte und Überkapazitäten seien protektionistisch und zielten darauf ab, Chinas Entwicklung einzuschränken, heißt es aus Peking.
EU-Handelskommissar plant Chinareise
Die Kommissionspräsidentin der EU, Ursula von der Leyen, hatte am Mittwoch erklärt, die Staatengemeinschaft werde alle verfügbaren Mittel einsetzen, um das von ihr als »untragbar« bezeichnete Handelsdefizit mit China zu verringern. Dieses belief sich im vergangenen Jahr auf 360,6 Milliarden Euro und weitete sich in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um neun Prozent aus. Von der Leyen sprach in ihrer Rede zur Lage der Union im Europäischen Parlament von einem drohenden zweiten »China-Schock« durch Deindustrialisierung.
EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič, der die Verhandlungen mit der Regierung in Peking führt, strebt bis Oktober konkrete Ergebnisse an. Dafür wolle er voraussichtlich Anfang nächsten Monats nach China reisen.
