Bauern auf den Barrikaden: In Brüssel versuchten Landwirte aus ganz Europa am Donnerstag die Stadt zu blockieren. Sie griffen zu Rauchbomben und Kartoffeln.
Ihr Protest richtet sich gegen den EU-Gipfel:
Anne Laure Michiels, Wallonischer Landwirtschaftsverband:
»Mehr als heute hier zu sein und weiter gegen Mercosur und die geplante Umsetzung zu demonstrieren, können wir nicht machen.«
Demonstranten und Hunderte Traktoren waren in Brüssel unterwegs, um den Gipfel zu stören.
Mercosur ist ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und den vier lateinamerikanischen Ländern Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay. Seit mehr als 25 Jahren wird darüber vehandelt. Das Abkommen würde die weltgrößte Freihandelszone dieser Art schaffen, Zölle auf 91 Prozent der bisher gehandelten Waren würden wegfallen. Da die Mercosur-Länder vor allem landwirtschaftliche Produkte liefern würden, sorgen sich die europäischen Landwirte:
Anne Laure Michiels, Wallonischer Landwirtschaftsverband:
»Dadurch würden Produkte importiert werden, die wir hier mit besserer Qualität und weniger pharmazeutischen Produkten herstellen.«
Ursula von der Leyen, Chefin der EU-Kommission, braucht für die geplante Unterzeichnung am Samstag in Brasilien die Mehrheit der 27 EU-Länder. Daher wurden kurzfristig noch klare Schutzregelungen für Güter aus der Landwirtschaft eingearbeitet. Aus Sicht der Landwirte sei das Entgegenkommen aber noch nicht genug.
Länder wie Frankreich, Österreich oder Polen kündigten an, gegen das Abkommen zu stimmen.