SpOn 04.12.2025
18:55 Uhr

ESC 2026: Israel nimmt am nächsten Eurovision Song Contest teil – erste Länder reagieren mit Boykott


Seit Monaten wird diskutiert, ob Israel am Eurovision Song Contest 2026 in Österreich teilnehmen darf. Nun wurde die Abstimmung darüber abgesagt, womit der Weg für Israels Teilnahme frei ist.

ESC 2026: Israel nimmt am nächsten Eurovision Song Contest teil – erste Länder reagieren mit Boykott

Israel kann am Eurovision Song Contest (ESC) 2026 in Wien teilnehmen.

Bei einer Sitzung der Europäischen Rundfunkunion (EBU) in Genf wurde am Donnerstag keine Abstimmung über Israels strittige Teilnahme anberaumt, wie am Abend in einer Erklärung mitgeteilt wurde. Spanien, eines der wichtigen ESC-Länder und entschiedener Kritiker von Israels Vorgehen im Gazastreifen, kündigte daraufhin umgehend seinen Boykott an.

Irland, Slowenien und die Niederlande schlossen sich der Boykottankündigung an. Grund dafür ist das Vorgehen Israels im Gazastreifen nach dem Angriff der Hamas im Oktober 2023, welches in vielen Ländern eine Debatte über eine israelische Teilnahme am ESC ausgelöst hat. Länder wie Belgien, Schweden und Finnland erwägen ebenfalls einen Boykott.

Spanien zählt auch zu den sogenannten Big Five, den fünf großen Geldgeberländern des ESC. Außerdem zählten die spanischen Zuschauer bislang zu den leidenschaftlichsten Fans des Wettbewerbs. Irland ist mit sieben Siegen beim ESC und dessen Vorgängerveranstaltungen das erfolgreichste Land des traditionsreichen Musikwettbewerbs.

Der israelische Präsident Isaac Herzog erklärte auf der Plattform X, dass er sich über die Entscheidung der EBU freue und hofft, »dass der Wettbewerb auch weiterhin Kultur, Musik, Freundschaft zwischen den Nationen und grenzüberschreitendes kulturelles Verständnis fördert.«

Wie positioniert sich Deutschland?

Kurz vor entscheidenden Beratungen über einen möglichen Ausschluss Israels vom Eurovision Song Contest (ESC) stellte sich die Bundesregierung erneut hinter das Land. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer plädierte dafür, dass Deutschland 2026 nicht an dem Musikwettbewerb teilnimmt, wenn Israel ausgeschlossen wird.

»Sollte die EBU entscheiden, dass Israel nicht teilnehmen darf, sollte Deutschland auf eine Teilnahme verzichten«, erklärte Weimer gegenüber Nachrichtenagentur Reuters. »Den ESC ohne Israel darf es nicht geben«, fügte er hinzu.

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Bundeskanzler Friedrich Merz hatte bereits im Oktober signalisiert, dass Deutschland bei einem Ausschluss Israels auf seine Teilnahme am ESC verzichten sollte. »Ich halte es für einen Skandal, dass darüber überhaupt diskutiert wird. Israel gehört dazu«, hatte der CDU-Chef in der ARD gesagt.

Die ARD begrüßt in einer Stellungnahme »ausdrücklich« die Entscheidung der EBU über die neuen Maßnahmen, die »Transparenz, Neutralität und Fairness« festigen würden. Zur Teilnahme Israels äußerte sich der Sender nicht explizit.

jmm/Reuters/AFP