Israel kann am Eurovision Song Contest (ESC) 2026 in Wien teilnehmen.
Bei einer Sitzung der Europäischen Rundfunkunion (EBU) in Genf wurde am Donnerstag keine Abstimmung über Israels strittige Teilnahme anberaumt, wie am Abend in einer Erklärung mitgeteilt wurde. Spanien, eines der wichtigen ESC-Länder und entschiedener Kritiker von Israels Vorgehen im Gazastreifen, kündigte daraufhin umgehend seinen Boykott an.
Irland und die Niederlande schlossen sich der Boykott-Ankündigung an. Grund dafür ist das Vorgehen Israels im Gazastreifen nach dem Angriff der Hamas im Oktober 2023, welches in vielen Ländern eine Debatte über eine israelische Teilnahme am ESC ausgelöst hat.
Wie positioniert sich Deutschland?
Kurz vor entscheidenden Beratungen über einen möglichen Ausschluss Israels vom Eurovision Song Contest (ESC) stellte sich die Bundesregierung erneut hinter das Land. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer plädierte dafür, dass Deutschland 2026 nicht an dem Musikwettbewerb teilnimmt, wenn Israel ausgeschlossen wird.
»Sollte die EBU entscheiden, dass Israel nicht teilnehmen darf, sollte Deutschland auf eine Teilnahme verzichten«, erklärte Weimer gegenüber Nachrichtenagentur Reuters. »Den ESC ohne Israel darf es nicht geben«, fügte er hinzu.
Bundeskanzler Friedrich Merz hatte bereits im Oktober signalisiert, dass Deutschland bei einem Ausschluss Israels auf seine Teilnahme am ESC verzichten sollte. »Ich halte es für einen Skandal, dass darüber überhaupt diskutiert wird. Israel gehört dazu«, hatte der CDU-Chef in der ARD gesagt.
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