Beim Social Leasing werden Menschen mit geringem Einkommen dabei unterstützt, ein E-Auto fahren. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) hat nun für diese einkommensabhängige staatliche Förderung geworben. »Wir denken in der Bundesregierung intensiv darüber nach und schauen uns die Optionen an. Ich sehe Frankreich durchaus als mögliches Vorbild«, sagte Schnieder im Interview mit der »Neuen Osnabrücker Zeitung« (NOZ) . »Wenn wir es zielgerichtet einsetzen, kann Social Leasing für E-Autos eine zusätzliche Option sein, ja.«
Viele nennen Frankreich als Vorbild für eine sozial orientierte E-Auto-Förderung. Das Nachbarland hat diese viel zielgenauer an die Menschen mit kleinem Einkommen vergeben. Dort führte die Regierung im Januar 2024 ein staatlich subventioniertes Leasing-Programm ein. Das Programm war ein Wahlkampfversprechen von Präsident Emmanuel Macron.
Es richtete sich an weniger gut Verdienende, die beruflich auf ein Auto angewiesen sind. Die Nachfrage überstieg die Erwartungen bei Weitem (Mehr dazu lesen Sie hier ). Im September 2025 ist das Programm in eine neue Runde gegangen .
Auch in der Industrie gibt es Stimmen für die Regelung: VW-Chef Oliver Blume hatte sich zuletzt für ein entsprechendes Angebot ausgesprochen.
Um die E-Mobilität zu fördern, habe die Regierung die Befreiung von der Kfz-Steuer bis 2035 verlängert, so Schnieder. Auch der Ausbau der Ladeinfrastruktur werde vorangetrieben. Dass überdies auch Kaufanreize in Planung seien, »das begrüße ich«, sagte der CDU-Politiker gegenüber der »NOZ«.
Nachfrage nach Elektroautos gering
Und die braucht es: In Deutschland ist die aktuelle Nachfrage nach Elektroautos offenbar geringer, als es die Zulassungszahlen vermuten lassen würden. Denn ein hoher Anteil der neu zugelassenen Elektroautos wird offenbar durch sogenannte Eigenzulassungen auf die Autohersteller selbst und Autohändler in den Markt gedrückt – um dann später mit hohen Abschlägen verkauft zu werden.
In den ersten zehn Monaten des laufenden Jahres war es fast jedes vierte neu zugelassene, rein elektronisch angetriebene Fahrzeug.
Eigenzulassungen werden von Handel und Herstellern typischerweise genutzt, um Absatzziele trotz schwacher Nachfrage zu erreichen. Die Autos kommen dann meist relativ schnell als Kurzzulassungen oder als junge Gebrauchtwagen mit deutlichen Preisabschlägen auf den Markt.
Thomas Peckruhn, der Präsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) sieht die steigenden Eigenzulassungszahlen als deutliches Warnsignal. Das mangelnde Interesse der Kunden an der Elektromobilität liegt dem ZDK-Präsidenten zufolge allerdings nicht am Preis. Hauptursache der schleppenden Nachfrage nach Elektrofahrzeugen seien die nach wie vor zu hohen Ladekosten sowie die Verfügbarkeit von Ladeinfrastruktur in Wohngebieten.
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