Dynamo Dresden feierte am Sonntag gegen Fortuna Düseldorf den ersten Heimsieg in der laufenden Saison der 2. Fußball-Bundesliga. Überschattet wurde der Erfolg aber in der Nachspielzeit: Während einer Verletzungsunterbrechung beleidigte ein Dresdner Zuschauer den Fortuna-Profi Emmanuel Iyoha rassistisch. Dieser gab sofort beim vierten Offiziellen Lasse Koslowski Bescheid. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat nun die Reaktion des Schiedsrichterteams und der Klubs gelobt.
»Gegen Ende der Partie wurde einer unserer Spieler von einer Person aus dem Publikum auf eindeutig rassistische Weise beleidigt«, schreibt Fortuna Düsseldorf auf der Vereinswebseite . Schiedsrichter Lukas Benen habe das Geschehen unmittelbar aufgenommen und im offiziellen Spielbericht festgehalten.
Der DFB lobte Benen nun für sein Vorgehen. »Lukas Benen und sein Team haben neben allen richtigen formellen Abläufen zusätzlich noch viel Empathie bewiesen, indem sie die Situation ernst genommen und sich unverzüglich um den beleidigten Spieler gekümmert haben«, sagte Knut Kircher , Geschäftsführer Sport und Kommunikation der DFB Schiri GmbH.
Schiedsrichter Lukas Benen
Foto: Robert Michael / dpaDüsseldorf und Dresden verurteilen Rassismus
Die Unparteiischen gaben daraufhin den Hinweis an die beiden Kapitäne und Cheftrainer der Mannschaften weiter. Außerdem veranlassten sie eine Durchsage und aktivierten somit den sogenannten Dreistufenplan. Benen schilderte den Vorgang nach Angaben des DFB in einem ausführlichen Sonderbericht.
Kircher hob den Umgang der Schiris mit Iyoha hervor: »Sie stellten dessen Wohlergehen und Schutz in den Mittelpunkt, erkundigten sich mehrfach nach seiner Gefühlslage und Bereitschaft, das Spiel fortzuführen. Auch nach Spielende suchte der Schiedsrichter im Kabinentrakt nochmals Kontakt zum betroffenen Spieler.«
Der DFB lobte, dass beide Klubs das Verhalten des Fans klar verurteilten. Dynamo-Trainer Thomas Stamm hatte nach dem Spiel gesagt: »Ich habe die Bitte an diese Zuschauer, nicht mehr ins Stadion zu kommen. Sie haben hier nichts verloren, aber auch grundsätzlich nichts in der Gesellschaft.« Ob der beschuldigte Zuschauer identifiziert wurde und ob er nun Konsequenzen zu befürchten hat, ist nicht bekannt.
In der Mitteilung der Düsseldorfer heißt es: »Fortuna Düsseldorf und Dynamo Dresden verurteilen diesen rassistischen Angriff mit größter Entschlossenheit. Beide Vereine stehen geschlossen dafür ein, dass Diskriminierung – in welcher Form auch immer – im Fußball keinen Platz hat.«
