Am Mittwoch war bei der Gewerkschaft Ver.di in Nürnberg ein Drohbrief eingegangen, versehen mit verdächtigem weißen Pulver. In dem Drohschreiben wurde auf Milzbrand verwiesen. Der Eingang des Briefes führte zu einem größeren Einsatz von Feuerwehr und Rettungskräften am Gewerkschaftshaus am Kornmarkt.
Nach dem Vorfall mit dem Drohbrief sollen nun Gewerkschaftsmitarbeiter speziell geschult werden. Ver.di werde die Beschäftigten künftig »auf derartige Notfallsituationen mit Qualifizierungen vorbereiten«, sagte ein Sprecher des Ver.di-Landesbezirks in Bayern. Eine Drohung in dieser Art habe es bis jetzt nicht gegeben.
Die Kripo versucht jetzt, den Absender zu ermitteln. Nach Angaben des Nürnberger Gesundheitsamtes wurden bei mehreren Tests des Pulvers weder der Milzbrand-Erreger noch andere bakterielle Krankheitserreger nachgewiesen.
Streikmaßnahmen erzeugen laut Gewerkschaft Hass
»Ganz offensichtlich wollen die Täter Angst und Verunsicherung verbreiten«, teilte die Verdi-Landesbezirksleiterin Luise Klemens mit. »Wir verzeichnen in den letzten Monaten eine Zunahme von Drohungen, die sich im Kern dagegen richten, dass die Menschen ihr demokratisches Grundrecht auf Streik wahrnehmen.«
Laut der Gewerkschaft steigt bundesweit die Zahl an Beleidigungen und Hassanrufen, die bei Ver.di eingehen. Laut der Gewerkschaft hängt dies mit Streikaktionen zusammen, beispielsweise im öffentlichen Nahverkehr. »Natürlich wissen wir, dass Arbeitskämpfe Auswirkungen auf viele Menschen haben. Aber nichts – wirklich nichts – rechtfertigt eine solche Eskalation«, sagte der Verdi-Bundesvorsitzende Frank Werneke. »Wer versucht, mit solchen Mitteln Druck auszuüben, greift nicht nur einzelne Beschäftigte an, sondern unsere demokratischen Grundrechte«, heißt es von ihm in einem Statement . »Das Streikrecht ist kein Selbstzweck, sondern Voraussetzung für faire Löhne und gute Arbeitsbedingungen.«
Fast überall in Deutschland streikten Anfang Februar die Fahrerinnen und Fahrer im öffentlichen Nahverkehr. Wie anstrengend ist ihr Job? Die Arbeitsbedingungen im Überblick lesen Sie hier .
