SpOn 22.01.2026
23:33 Uhr

Drogeriekette Rossmann plant eigene Onlineapotheke


Die Konkurrenz hat es vorgemacht: Nach dm will auch der Drogerieriese Rossmann ein digitales Arzneiangebot an den Start bringen. Eine zentrale Rolle soll dabei die hauseigene App spielen.

Drogeriekette Rossmann plant eigene Onlineapotheke

Die Drogeriekette Rossmann bereitet den Aufbau einer eigenen Onlineapotheke vor. Das Unternehmen aus Burgwedel bei Hannover bestätigte entsprechende Pläne auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa. »Wir beschäftigen uns so intensiv damit, dass ich Ihnen sagen kann: Die Onlineapotheke wird kommen«, sagte Raoul Roßmann, Sprecher der Geschäftsführung. Zuvor hatte die »Lebensmittel Zeitung«  berichtet.

Das Angebot soll demnach von den Niederlanden aus gesteuert werden. Eine zentrale Rolle werde dabei die Rossmann-App spielen. Zu konkretem Starttermin, Umfang und Ausgestaltung äußerte sich das Unternehmen bisher nicht.

Erst im Dezember war Konkurrent dm mit einer eigenen Onlineapotheke gestartet. Das Angebot umfasst laut dm rezeptfreie Arzneimittel sowie apotheken-exklusive Produkte wie Nahrungsergänzungsmittel, Kosmetik und Medizinprodukte.

»dm hat die Erwartungshaltung erhöht. Rossmann kann sich diesem Trend kaum entziehen, wenn man relevant bleiben will«, sagte Carsten Kortum, Handelsprofessor an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Heilbronn. Er rechnet damit, dass auch Lebensmitteleinzelhändler noch in den Markt einsteigen.

Der Onlineverkauf von Medikamenten wächst seit Jahren. Anbieter wie Redcare Pharmacy (früher Shop Apotheke) und DocMorris verzeichnen steigende Nachfrage. Der Umsatz im Segment Arzneimittel legte 2023 im deutschen Onlinehandel um sechs Prozent zu, wie der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (Bevh) mitteilte.

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Vor dem Start der dm-Onlineapotheke hatte der Deutsche Apothekerverband gewarnt, dass die Grenze zwischen Apotheke und Drogeriemarkt verschwimme. Menschen mit gesundheitlichen Problemen würden verunsichert, erklärte der Vorsitzende Hans-Peter Hubmann. Ein hochwirksames und potenziell gefährliches Arzneimittel dürfe nur fachgerecht von einer Apotheke abgegeben und nicht »marketinggesteuert von einem Drogeriemarkt rausgehauen werden«, sagte er.

Blutuntersuchungen in den Filialen, Aspirin per Post: dm will gleichzeitig Arzt und Apotheker werden. Wie der Einstieg in den Gesundheitsmarkt gelingen soll, erklärt Konzernchef Werner hier .

luc/dpa