SpOn 23.02.2026
03:37 Uhr

Drogen-Boss »El Mencho« in Mexiko getötet – sein Kartell CJNG reagiert mit Gewalt


In Teilen Mexikos brennen Autos und Geschäfte, Flüge werden gestrichen, die deutsche Botschaft warnt vor Straßensperren: Nach dem gewaltsamen Tod von Drogenbaron »El Mencho« sorgen seine Anhänger für Chaos.

Drogen-Boss »El Mencho« in Mexiko getötet – sein Kartell CJNG reagiert mit Gewalt

Es ist ein bedeutender Schlag gegen die mexikanischen Drogenbanden: Der Anführer des mächtigen Kartells Jalisco Nueva Generación ist tot. Nemesio Oseguera Cervantes – bekannt als »El Mencho« – wurde bei einem Einsatz des mexikanischen Militärs in der Stadt Tapalpa verletzt. Er starb Armeeangaben zufolge auf einem Flug in die Hauptstadt Mexiko-Stadt.

Die USA feiern  die Tötung als »eine großartige Entwicklung für Mexiko, die USA, Lateinamerika und die ganze Welt«. Im Land selbst sorgen Anhänger des Kartells für Chaos. In mehreren Bundesstaaten setzten sie Autos, Banken, Tankstellen und Läden in Brand. Zudem wurden Stützpunkte der Nationalgarde attackiert, wie örtliche Medien berichteten. Es soll dabei Tote und Verletzte gegeben haben.

Rauchwolken über Puerto Vallarta nach der Tötung von »El Mencho«

Rauchwolken über Puerto Vallarta nach der Tötung von »El Mencho«

Foto:

EPA

Die Botschaft der USA sowie die diplomatischen Vertretungen anderer Länder forderten ihre Bürgerinnen und Bürger in Mexiko zu erhöhter Wachsamkeit auf. Unter anderem wurde vor Gewalttaten in den beliebten karibischen Urlaubszielen Cancún, Cozumel und Tulum gewarnt.

Die deutsche Botschaft warnte, dass es »in verschiedenen Landesteilen zu Unruhen, Straßensperren und Brandstiftungen« komme. Wer sich an einem sicheren Ort wie einem Hotel aufhalte, solle dort bis auf Weiteres bleiben und auf nicht unbedingt erforderliche Fahrten verzichten, hieß es auf X . Man solle Menschenansammlungen meiden. Und: »Versuchen Sie bei Straßensperren nicht, sich zu widersetzen oder zu flüchten.«

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Aus Sicherheitsgründen strichen oder leiteten Fluggesellschaften Flüge um, darunter Verbindungen nach Puerto Vallarta, einer touristischen Stadt an der Pazifikküste, die ebenfalls von der Gewaltwelle betroffen war. Zu Zwischenfällen kam es auch in der Stadt Guadalajara: Sie ist einer der drei mexikanischen Austragungsorte der Fußball-Weltmeisterschaft 2026. Mexiko richtet das Turnier ab Juni gemeinsam mit den USA und Kanada aus.

Präsidentin Sheinbaum mahnt zur Ruhe

Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum rief die Bevölkerung zur Ruhe auf. »Wir müssen informiert bleiben und Ruhe bewahren«, schrieb sie bei X  (mehr zu Sheinbaums Problem mit den Drogenkartellen im Land erfahren Sie hier ). Die Sicherheitskräfte waren in erhöhter Alarmbereitschaft.

Im Bundesstaat Michoacán, dem Geburtsort von »El Mencho«, soll der Unterricht in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen heute ausfallen, wie Gouverneur Alfredo Ramírez ankündigte.

Fahndungsfotos von »El Mencho«

Fahndungsfotos von »El Mencho«

Foto:

U.S. Department of State / REUTERS

Bei dem Militäreinsatz gegen »El Mencho« kamen nach Angaben des Verteidigungsministeriums sieben Bandenmitglieder ums Leben, darunter der 59 Jahre alte Drogenboss. Zudem seien drei Soldaten verletzt worden.

Nicht einmal nach der Festnahme des berüchtigten Drogenbosses Joaquín »El Chapo« Guzmán im Jahr 2016 war es in Mexiko zu ähnlichen Gewaltvorfällen gekommen. Der frühere Anführer des Sinaloa-Kartells verbüßt derzeit eine lebenslange Haftstrafe in den USA.

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Die US-Regierung stuft Jalisco Nueva Generación (CJNG) als ausländische Terrororganisation ein und hatte für die Ergreifung von »El Mencho« eine Belohnung von 15 Millionen US-Dollar ausgesetzt , das sind umgerechnet rund 12,7 Millionen Euro.

Der Ex-Polizist führte das von ihm gegründete Kartell seit 2011. Es gilt in Mexiko als das gebietsweise am weitesten verbreitete Verbrechersyndikat. Es handelt sich nach Angaben der US-Behörden um eine transnationale Organisation mit Verbindungen bis nach China und Australien. Neben dem Handel mit Fentanyl ist das Kartell demnach auch in Erpressung, Schleusung von Migranten, Diebstahl von Öl und Mineralien sowie in Waffenhandel verwickelt.

aar/dpa/AFP