SpOn 04.03.2026
17:26 Uhr

Dortmund: Polizei-Informatiker sammelte Missbrauchsdarstellungen


Ein Informatiker der Dortmunder Polizei hat Festplatten mit Dateien gehortet, die sexuellen Missbrauch von Säuglingen zeigen. Darunter womöglich auch Dateien, die er durch seine Arbeit erhalten hatte. Nun soll er ins Gefängnis.

Dortmund: Polizei-Informatiker sammelte Missbrauchsdarstellungen

Ein Informatiker aus dem Dortmunder Polizeipräsidium hat im Darknet über Jahre hinweg Darstellungen von sexuellem Missbrauch an Kindern mit anderen Nutzern getauscht. Dabei verwendete er womöglich auch Material, das er im Rahmen seiner Tätigkeit für die Polizei erhalten hatte.

Nun ist der Mann wegen sexuellen Missbrauchs sowie Besitzes und Verbreitens von Darstellungen des sexuellen Missbrauchs von Kindern verurteilt worden. Die Richter am Dortmunder Landgericht verhängten gegen den geständigen 43-jährigen Mann acht Jahre Haft.

Bei den Ermittlungen gegen den Angeklagten wurden im März 2025 zahlreiche Festplatten und Speicherkarten sichergestellt. Diese zeigten laut Urteilsbegründung »teilweise den schwersten sexuellen Missbrauch von weiblichen Säuglingen und Kleinkindern«.

Der Angeklagte hatte im Prozess ein volles Geständnis abgelegt. Nach Angaben des Gerichts konnte der Informatiker nicht ausschließen, »dass er auch Dateien verwendete, die er im Rahmen seiner Tätigkeit für die Polizei erhalten hatte«.

Ein psychiatrischer Sachverständiger attestierte dem Angeklagten eine pädophile und voyeuristische Störung. Seine Schuldfähigkeit sei im Tatzeitraum jedoch nicht vermindert oder gar aufgehoben gewesen.

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Zahlreiche Zeugen hatten den 43-Jährigen im Prozess als ruhigen und unauffälligen Menschen beschrieben. Das Urteil ist bisher nicht rechtskräftig.

ptz/dpa