SpOn 19.02.2026
01:08 Uhr

Donald Trump wirft Keir Starmer im Streit übr Diego Garcia »Riesenfehler« vor


Großbritannien will das im Indischen Ozean gelegene Chagos-Archipel an Mauritius abtreten. Donald Trump warnt nun, dazu dürfe es niemals kommen – eine dortige US-Militärbasis könne mit Blick auf die Lage in Iran unabdingbar werden.

Donald Trump wirft Keir Starmer im Streit übr Diego Garcia »Riesenfehler« vor

Angesichts einer möglichen Eskalation zwischen den Vereinigten Staaten und Iran pocht US-Präsident Donald Trump darauf, dass Großbritannien die Chagos-Inseln doch nicht wie geplant an Mauritius zurückgibt. Im Falle eines Scheiterns der derzeitigen Verhandlungen mit Teheran könnten die USA auf die Insel Diego Garcia angewiesen sein, teilte Trump auf seiner Plattform Truth Social mit – und zwar um einen möglichen Angriff aus Teheran abzuwehren.

Diego Garcia ist eine der Chagos-Inseln. Sie liegt mitten im Indischen Ozean, weitab von Sri Lanka und Mauritius. Auf ihr befindet sich ein von Großbritannien und den USA genutzter Militärstützpunkt.

Trump erklärte nun weiter, für einen möglichen Verteidigungsfall solle dann auch der Flugplatz in Fairford im Südwesten Großbritanniens genutzt werden. Trump stellte in Aussicht, dass sich ein Angriff Irans auch »möglicherweise gegen das Vereinigte Königreich und andere befreundete Länder richten würde«.

Sowohl Diego Garcia als auch Fairford werden bereits von US-Streitkräften genutzt.

Luftaufnahme der Chagos-Inseln (im Jahr 2000)

Luftaufnahme der Chagos-Inseln (im Jahr 2000)

Foto:

Pictures from History / Universal Images Group / Getty Images

Das Abkommen zur Rückgabe der Chagos-Inseln war im Mai vergangenen Jahres vom britischen Premierminister Keir Starmer unterzeichnet worden. Das Abkommen sieht vor, dass Großbritannien den etwa 2000 Kilometer nordöstlich von Mauritius gelegenen Archipel an seine ehemalige Kolonie zurückgibt. Für den dortigen US-britischen Militärstützpunkt wurde für den Zeitraum von 100 Jahren eine Pacht vereinbart.

Trump hatte die Rückgabe der Chagos-Inseln zunächst begrüßt, im Januar dann aber als »Akt großer Dummheit« kritisiert. Nach einem Gespräch mit Starmer akzeptierte er das Abkommen – vollzog nun aber wieder eine Kehrtwende.

Er habe Starmer gesagt, dass er einen »Riesenfehler« mache, schrieb Trump  am Mittwoch. Starmer sollte »unter keinen Umständen die Kontrolle über Diego Garcia verlieren«. Wenn dies zugelassen würde, »wäre dies ein Schandfleck für unseren großen Verbündeten«.

Noch am Dienstag hatte das US-Außenministerium erklärt, die USA würden die Entscheidung Großbritanniens »unterstützen«, das Abkommen umzusetzen. Trumps Sprecherin Karoline Leavitt sagte am Mittwoch auf diesen Widerspruch zu den neuesten Äußerungen des US-Präsidenten angesprochen, der Truth-Social-Post sei direkt von Trump gekommen und sollte als die Position der US-Regierung angesehen werden.

Weißes Haus an Iran: Wäre »klug«, Deal mit den USA zu machen

Der US-Präsident hat immer wieder mit Angriffen auf Iran gedroht (mehr dazu hier ). Am Dienstag hatte es in Genf eine zweite Verhandlungsrunde zwischen Vertretern aus Washington und Teheran gegeben. Im Anschluss dämpfte Iran die Hoffnung auf einen raschen Durchbruch: Außenminister Abbas Araghchi sagte dem Staatsfernsehen, dass der Weg zu einer Einigung begonnen habe. Aus US-Regierungskreisen hieß es, dass Fortschritte erzielt worden seien, es aber noch viele Details zu klären gebe (mehr dazu hier).

Angesprochen auf Abwägungen von Trump zu einem möglichen militärischen Vorgehen gegen Iran, sagte seine Sprecherin am Mittwoch, es gebe viele Argumente, die man für einen Angriff auf Iran anbringen könnte. Gleichzeitig bekräftigte Leavitt aber auch, dass Diplomatie immer die erste Wahl Trumps sei. Für Iran wäre es »sehr klug«, ein Abkommen mit dem US-Präsidenten zu machen, so Leavitt.

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Bei den Verhandlungen geht es unter anderem um Irans umstrittenes Atomprogramm. Die USA wollen verhindern, dass die Führung in Teheran in den Besitz von Atomwaffen gelangt. Irans Regierung zeigt sich bereit, ihr Nuklearprogramm zu begrenzen, fordert im Gegenzug jedoch die Aufhebung harter Wirtschaftssanktionen.

In Genf verhandeln Donald Trumps Freund Steve Witkoff und sein Schwiegersohn Jared Kushner. Man könnte fast vergessen, dass die USA auch noch einen Außenminister haben. Mehr Hintergründe erfahren Sie hier .

aar/dpa/AFP