Seit Wochen entsendet US-Präsident Donald Trump Militär in die Karibik, angeblich im Kampf gegen Drogenschmuggler. Tatsächlich fürchten viele Beobachtende einen Krieg mit Venezuela, um Diktator Nicolás Maduro zu stürzen. Trump selbst will das nicht bestätigen – aber auch nicht ausschließen. Gegenüber dem US-Magazin »Politico« gab er sich betont verschwiegen.
»Ich will das weder ausschließen noch in Betracht ziehen«, sagte Trump auf die Frage, ob er Bodentruppen nach Venezuela schicken würde. »Ich rede da nicht drüber.« Militärstrategien seien nichts, worüber er sprechen möge.
In Venezuela nimmt man die wachsende US-Bedrohung ernst. Die Diktatur hat ihre Armee jüngst um Tausende Soldaten vergrößert. 5600 neue Soldaten seien am Wochenende in die Streitkräfte aufgenommen worden, erklärte die Armee. »Wir werden auf keinen Fall eine Invasion durch eine imperialistische Macht zulassen«, versicherte Oberst Gabriel Alejandro Rendón Vílchez bei einer Zeremonie in Caracas.
Venezuela rüstet auf
Die Zahl der Freiwilligen, die sich zum Kriegsdienst meldeten, sei stark gestiegen, betonte General Javier José Marcano Tábata: »In dem Moment, wo der Imperialismus unser Vaterland, unser Volk, unsere Jugend bedroht, schließen sich tausende den nationalen bolivarischen Streitkräften an.« Nach offiziellen Angaben zählt die venezolanische Armee etwa 200.000 Mitglieder, hinzu kommen ebenso viele Polizisten.
Die Spannungen zwischen den USA und Venezuela hatten sich in den vergangenen Monaten verschärft. Seit September greift die US-Armee immer wieder die Boote angeblicher Drogenschmuggler in der Karibik und im Ostpazifik an. Dabei wurden bislang mindestens 87 Menschen getötet. Beweise für eine Verbindung der versenkten Boote zum Drogenschmuggel legten die USA nicht vor.
Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump wirft Venezuela vor, den Drogenschmuggel in die Vereinigten Staaten aktiv zu fördern und damit die Sicherheit der USA und ihrer Bürger zu gefährden. Venezuelas Präsident Maduro vermutet dagegen US-Pläne zu seinem Sturz.
