SpOn 22.01.2026
21:59 Uhr

Donald Trump verklagt JPMorgan wegen Kontoschließungen nach Kapitolsturm


Die Großbank kündigte 2021 die Konten des heutigen US‑Präsidenten, nachdem seine Anhänger das Kapitol gestürmt hatten. Nun zieht Donald Trump vor Gericht und behauptet, die Kontoschließungen seien politisch motiviert gewesen.

Donald Trump verklagt JPMorgan wegen Kontoschließungen nach Kapitolsturm

US-Präsident Donald Trump verlangt mindestens fünf Milliarden Dollar von der Großbank JPMorgan Chase, weil sie 2021 dessen Konten nach dem Sturm seiner Anhänger auf das US-Kapitol geschlossen hatte. Trumps Anwälte argumentieren laut der vom US-Sender CNBC  veröffentlichten Klage, der Schritt sei politisch motiviert gewesen. Die Bank wies die Vorwürfe zurück: Man schließe Accounts, wenn sie ein rechtliches oder regulatorisches Risiko darstellen – aber nicht aus politischen oder religiösen Gründen, hieß es in einer Mitteilung.

Der Klageschrift zufolge informierte die Bank Trump und mehrere seiner Firmen am 19. Februar 2021, dass ihre Konten in zwei Monaten geschlossen würden. Dadurch seien Trump und seinen Unternehmen finanzielle Nachteile entstanden, unter anderem durch den Verlust lukrativer Geschäftsbeziehungen. Zudem seien sie in der Vermögensverwaltung auf eine schwarze Liste gesetzt worden.

Die Klage richtet sich auch persönlich gegen JPMorgan-Chef Jamie Dimon. Trump hatte bereits zuvor rechtliche Schritte gegen das Institut angedeutet und auch die Bank of America kritisiert, weil diese eine Einzahlung über eine Milliarde Dollar abgelehnt habe.

Anhänger von Donald Trump stürmten am 6. Januar 2021 das Kapitol

Anhänger von Donald Trump stürmten am 6. Januar 2021 das Kapitol

Foto: Saul Loeb / AFP

Trumps Anhänger waren am 6. Januar 2021 gewaltsam in das Parlamentsgebäude in Washington eingedrungen. Die Menge wollte verhindern, dass der US-Kongress den Wahlsieg von Joe Biden bei der Präsidentenwahl 2020 besiegelt. Trump hatte davor wochenlang ohne Belege behauptet, dass ihm der Wahlsieg durch Betrug gestohlen worden sei – und die Stimmung vor der Attacke mit einem Auftritt vor seinen Anhängern angeheizt. Nach dem Sturm auf das Kapitol verlor er auch die Präsenz auf großen Onlineplattformen, was ihn zu Klagen gegen Techkonzerne veranlasste.

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Ermittlungen gegen Trump liefen nach seiner Wiederwahl im Herbst 2024 ins Leere. Direkt zu Beginn seiner zweiten Amtszeit begnadigte er sämtliche Beteiligte der Kapitol-Erstürmung. Er behauptet weiterhin, die Wahl sei manipuliert worden.

Seine zweite Amtszeit hatte gerade erst begonnen, da begnadigte Donald Trump rund 1500 militante Anhänger, die 2021 das Parlament besetzt hatten. Wer die extrem rechten Straftäter sind, lesen Sie hier .

luc/dpa