SpOn 20.11.2025
21:31 Uhr

Donald Trump und JD Vance nicht zu Dick Cheneys Beerdigung eingeladen


Republikaner und Demokraten gleichermaßen haben dem ehemaligen US-Vizepräsidenten Dick Cheney die letzte Ehre erwiesen. Zwei Menschen fehlten jedoch bei der Beerdigung: Donald Trump und JD Vance.

Donald Trump und JD Vance nicht zu Dick Cheneys Beerdigung eingeladen

Die Trauerfeier für den ehemaligen Vizepräsidenten Dick Cheney hat am Donnerstag die wichtigsten Persönlichkeiten der US-Politik angezogen. Demokraten wie Republikaner zollten dem verstorbenen Cheney ihren Respekt, darunter mehrere ehemalige Präsidenten und Vizepräsidenten der USA. Nur die beiden aktuellen Inhaber der höchsten Positionen im Land waren nicht anwesend: US-Präsident Donald Trump und sein Vizepräsident JD Vance.

Der Grund: Keiner von beiden hatte eine Einladung für die Beerdigung erhalten. Der Republikaner Dick Cheney hatte sich in den letzten Jahren seines Lebens zu einem harschen Kritiker Trumps entwickelt und in den Präsidentschaftswahlen im vergangenen Jahr öffentlich die demokratische Kandidatin Kamala Harris unterstützt.

George W. Bush lobt Cheney bei Trauerfeier

»In der 248-jährigen Geschichte unserer Nation hat es nie eine einzelne Person gegeben, die eine größere Bedrohung für unsere Republik darstellt als Donald Trump«, sagte Cheney in einer Stellungnahme vor den Wahlen 2024. Trump hat sich seit Cheneys Tod am 4. November noch nicht an dessen Familie gewandt. Das Weiße Haus teilte lediglich mit, man wisse von dem Todesfall.

Anwesend bei der Beerdigung waren die beiden ehemaligen Präsidenten George W. Bush und Joe Biden, Kandidatin und Vizepräsidentin Kamala Harris, ihr Vorgänger im Amt Mike Pence und Cheneys Vorgänger Al Gore. Die beiden Ex-Präsidenten Bill Clinton und Barack Obama fehlten trotz einer Einladung.

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Bush sagte am Donnerstag vor mehr als tausend Gästen in der Nationalen Kathedrale, Cheney habe als sein Stellvertreter alles geleistet, was ein Präsident erwarten könne. Er betonte, Cheney sei »so fokussiert und so fähig« gewesen und habe dadurch die Standards der Menschen um ihn herum gehoben. Cheney war von 2001 bis 2009 Stellvertreter Bushs.

Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 galt der Vizepräsident als treibende Kraft hinter dem »Krieg gegen den Terror« und dem Militäreinsatz in Afghanistan. Auch beim US-Einmarsch in den Irak 2003 spielte der »Falke« Cheney eine entscheidende Rolle. Seine Behauptung, der irakische Machthaber Saddam Hussein verfüge über Massenvernichtungswaffen, gilt heute als widerlegt.

jah/AFP/AP/Reuters