Erstmals seit 2017 besucht ein US-Präsident wieder China: Das chinesische Außenministerium bestätigte den anstehenden Aufenthalt von Donald Trump in der Volksrepublik nun auch offiziell. Der Republikaner komme von Mittwoch bis Freitag auf Einladung von Staats- und Parteichef Xi Jinping, hieß es weiter. Zuvor hatte bereits Trump selbst den Besuch angekündigt.
China bestätigte den Staatsbesuch, wie bei solchen Anlässen üblich, erst kurz vor Beginn. Trump wollte ursprünglich Ende März nach China fliegen. Die Reise musste jedoch wegen des Irankriegs kurzfristig verschoben werden.
Der Republikaner hatte Xi zuletzt Ende Oktober am Rande des Gipfels der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) in Südkorea getroffen.
Die beiden größten Volkswirtschaften der Welt stehen seit Trumps Amtsantritt im vergangenen Jahr in einem Handelskonflikt, der mit hohen Zöllen und Exportkontrollen den Warenverkehr massiv stört und die Weltwirtschaft in Mitleidenschaft zieht. Im Oktober 2025 hatte sich der Konflikt etwas entspannt.
Trump und Xi haben sich im Zollstreit angenähert. SPIEGEL-Korrespondent Bernhard Zand spricht über die Rivalität der beiden Großmächte und darüber, wie China die USA herausfordert. Hier geht es zum Podcast »Trumps Amerika«.
Neben handelspolitischen Themen dürften sich die beiden Staatschefs nach Ansicht von Experten auch über die Lage im Nahen Osten unterhalten. Auf der Agenda könnte auch Washingtons Haltung zur Inselrepublik Taiwan stehen, die Peking zum Staatsgebiet Chinas zählt und an sich binden will.
Auch der Krieg in Nahost im Fokus
Es wird erwartet, dass auch der Irankrieg zum wichtigen Gesprächsthema wird. China ist ein enger Verbündeter Irans. In der vergangenen Woche war zum ersten Mal seit Beginn des Krieges ein hochrangiges Mitglied der iranischen Führung nach China gekommen. Der iranische Außenminister Abbas Araghchi traf seinen Amtskollegen Wang Yi in Peking.
Mit dem Treffen zwischen Wang und Araghchi hatte Peking den Balanceakt versucht, im Irankrieg zu vermitteln und den USA vor dem Trump-Xi-Gipfel ein Stück entgegenzukommen, ohne sich selbst zu tief zu verstricken.
Iran ist ein günstiger Absatzmarkt für chinesische Produkte. China wiederum kaufte bis vor dem Krieg 90 Prozent des sanktionierten iranischen Öls. Es lieferte Iran Bauteile für Dual-Use-Güter, die sowohl im Zivilen als auch in Raketen und Drohnen eingesetzt werden können.
US-Geheimdienste prüfen laut Medienberichten, ob China auch während des laufenden Krieges schultergestützte Raketen und Dual-Use-Teile an Iran geliefert haben könnte. China dementierte das.
