US-Präsident Donald Trump ordnet einen massiven Ankauf von Hypothekenanleihen an, um damit Immobilienkredite günstiger zu machen. Er weise »seine Vertreter« an, Immobilienanleihen im Wert von 200 Milliarden US-Dollar zu erwerben, kündigte Trump auf seiner Plattform Truth Social an. Dies werde zu niedrigeren Hypothekenzinsen und monatlichen Zahlungen führen und Immobilienbesitz erschwinglicher machen, schrieb er.
Trump verwies auf die Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac, die vom US-Staat nach der Hypothekenkrise von 2008 gerettet wurden. Sie hätten Reserven im Wert von 200 Milliarden Dollar. Die genauen Modalitäten und der Zeitrahmen der von Trump gewünschten Ankäufe von Hypothekenanleihen blieben zunächst unklar.
Rechtliche Grundlage unklar
Am Mittwoch hatte Trump angekündigt, Finanzinvestoren den Kauf von Einfamilienhäusern zu verbieten und damit nach eigenen Angaben die Immobilienpreise zu senken. Er ergreife sofortige Maßnahmen und werde den Kongress bitten, das Verbot gesetzlich zu verankern, schrieb Trump am Mittwoch auf seiner Plattform Truth Social. »Menschen leben in Häusern, nicht Konzerne«, erklärte Trump.
Die Ankündigung hatte die Aktienkurse von US-Immobilienunternehmen unter Druck gesetzt. American Homes 4 Rent fielen auf ein Dreijahrestief, die des Finanzinvestors Blackstone verloren etwa fünf Prozent. Der Branchenindex PHLX gab um 2,1 Prozent nach.
Zunächst war unklar, auf welcher rechtlichen Grundlage Trump ein solches Verbot für Käufe auf dem Privatmarkt durchsetzen will. Der Republikaner nannte keine Details. Finanzinvestoren wie Blackstone hatten nach der Finanzkrise von 2008 Tausende Einfamilienhäuser aufgekauft, die zwangsversteigert wurden. Das Vorgehen hatte Kritik von Mieterverbänden und Politikern der Demokratischen Partei ausgelöst. Sie werfen institutionellen Vermietern vor, die Mietpreise in die Höhe getrieben zu haben. Die Investoren weisen dies zurück.
Blackstone und das Weiße Haus reagierten zunächst nicht auf Anfragen nach einer Stellungnahme zu Trumps neuem Vorstoß. In den USA gibt es wachsende Sorgen der Bürger über die Lebenshaltungskosten. Anfang November sind Kongresswahlen, bei denen die Republikaner ihre knappen Mehrheiten in beiden Kammern verteidigen wollen. Trumps Zustimmungswerte sind angesichts des Unmuts der US-Bürger über die Wirtschaftslage zuletzt gesunken. Die nächste Präsidentenwahl findet 2028 statt, Trump kann laut Verfassung nicht erneut antreten.
Trumps Pläne zielen auf einen Markt, der in den USA eine deutlich größere Rolle spielt als in Deutschland. Daten der Industrieländer-Organisation OECD zufolge machen frei stehende Häuser in den USA grob zwei Drittel des gesamten Wohnungsbestands aus.
