SpOn 21.11.2025
01:16 Uhr

Donald Trump nennt Reporterin »Schweinchen« und das Weiße Haus redet es schön


Unliebsame Fragen bringen Donald Trump oft in Rage, jetzt vergriff er sich gegenüber einer Reporterin im Ton. »Ruhe, Schweinchen«, herrschte er sie an. Die Sprecherin des Weißen Hauses hält das für angemessen.

Donald Trump nennt Reporterin »Schweinchen« und das Weiße Haus redet es schön

Der US-Präsident gilt als äußerst dünnhäutig, wenn es kritische Nachfragen gibt. Bei Presseterminen werden daher immer mehr wohlgesinnte Medienvertreter eingeladen, die sogenannte Soft-ball-Fragen loswerden dürfen. Wenn doch mal eine Vertreterin oder ein Vertreter der großen Zeitungen oder TV-Sender nachbohrt, wird Donald Trump mitunter giftig.

Zuletzt traf es Catherine Lucey, eine Reporterin für Bloomberg News. Der Vorfall ereignete sich bereits am vergangenen Freitag an Bord der Präsidentenmaschine »Air Force One «. Lucey wollte eine Frage zum Fall Jeffrey Epstein loswerden – und traf damit offenbar einen Nerv. »Ruhe!«, herrschte Trump die Journalistin an. Und schob dann noch hinterher: »Ruhe, Schweinchen.«

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Erst jetzt hat sich das Weiße Haus zu dem Fall geäußert und mit bemerkenswerter Logik versucht, das inakzeptable Verhalten des Präsidenten schönzureden. Das berichtet unter anderem die »New York Times«. 

»Ich denke, alle hier im Raum sollten die Offenheit zu schätzen wissen, die sie von Präsident Trump nahezu täglich bekommen«, erklärte seine Sprecherin Karoline Leavitt bei einem Pressetermin im Weißen Haus. Das sei im Übrigen auch der Grund, warum ihn die Amerikaner erneut zum Präsidenten gewählt hätten.

Und ohnehin seien die Pressevertreter ja selbst schuld, wenn sie vom Präsidenten beschimpft werden, so Leavitt: »Trump stellt Fake News bloß, wenn er sie sieht. Und er ist eben frustriert, wenn Reporter Lügen über ihn verbreiten (…).«

Es ist bei Weitem nicht das erste Mal, dass sich der Republikaner gegenüber Presseleuten (und erst recht weiblichen Presseleuten) im Ton vergreift. Es ist nicht einmal das einzige Mal in den vergangenen sieben Tagen. Beim Besuch der saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman im Oval Office gefiel Trump eine Frage einer ABC-Reporterin zum ermordeten Journalisten Jamal Khashoggi überhaupt nicht. Seine Reaktion: »Sie sind eine schreckliche Person und eine schreckliche Reporterin.« (Mehr zu dem Fall lesen Sie hier .)

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Khashoggi war am 2. Oktober 2018 von einem staatlich gedungenen Killertrupp im saudi-arabischen Konsulat in Istanbul ermordet und zerstückelt worden. Von seiner Leiche fehlt bis heute jede Spur. Mohammed bin Salman hat stets jede Beteiligung bestritten, aber US-Nachrichtendiensten zufolge  war es tatsächlich der Kronprinz, der dieses Verbrechen gebilligt hatte. Trotzdem nahm der US-Präsident den Gast in Schutz (O-Ton: »Dinge passieren«) und arbeitete sich stattdessen an der Presse ab.

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Die Anspannung beim US-Präsidenten könnte auch mit den jüngsten Umfragewerten (und den Wahlpleiten für seine Partei Anfang November) zusammenhängen. Laut einer diese Woche veröffentlichten Umfrage von Reuters/Ipsos sind Trumps Zustimmungswerte zuletzt auf 38 Prozent gefallen, den niedrigsten Wert seit seiner Rückkehr ins Amt. Gründe sind demnach die Unzufriedenheit mit den hohen Lebenshaltungskosten und der Untersuchung im Fall des verstorbenen verurteilten Sexualstraftäters Epstein.

Sogar Trump selbst musste das einräumen, lieferte aber auch dabei einen Spin mit. »Meine Umfragewerte sind gerade gesunken, aber bei klugen Leuten sind sie stark gestiegen«, sagte er am Mittwoch in einer Rede vor hochrangigen Managern und Vertretern aus Saudi-Arabien.

jok