SpOn 03.02.2026
01:35 Uhr

Donald Trump droht Trevor Noah mit Klage – weil er dessen Epstein-Scherz nicht verkraftet


Der US-Präsident ist legendär dünnhäutig und schnell mit dem Anwalt bei der Hand. Das muss auch Comedian Trevor Noah erfahren. Dessen Spitze über die Epstein-Akten kam im Weißen Haus gar nicht gut an.

Donald Trump droht Trevor Noah mit Klage – weil er dessen Epstein-Scherz nicht verkraftet

Donald Trump ist mit einem gewaltigen Ego ausgestattet. Zugleich hängt dem US-Präsidenten der Ruf nach, so gar nicht über sich selbst lachen zu können. Wer wissen will, wie schlecht der Republikaner mit Witzen über die eigene Person umgehen kann, sollte sich ein Video des White House Correspondents Dinner aus dem Jahr 2011 ansehen.

Damals scherzte unter anderem Barack Obama auf der Bühne über den damals Noch-nicht-Politiker Trump. Der saß mit eisiger Miene im Publikum. Unklar bleibt, ob dieses Erlebnis dazu beitrug, den TV-Menschen Trump zum Schritt in die Politik zu bewegen.

Trevor Noah bei der Grammy-Gala

Trevor Noah bei der Grammy-Gala

Foto: Chris Torres / EPA

Nun, 15 Jahre später, steht Trump im Mittelpunkt der US-Politik – hat aber für Scherze auf eigene Kosten offenbar immer noch nichts übrig. Das legt ein Post nahe, in dem er dem Comedian Trevor Noah mit rechtlichen Schritten droht. Offenbar hatte dessen Moderation bei den Grammys für Groll im Weißen Haus gesorgt.

Doch was genau war passiert? Noah hatte den Musikpreis für das Lied des Jahres anmoderiert, als »Preis, den jeder Künstler haben will. Fast so sehr, wie Trump Grönland haben will. Das ergibt ja auch Sinn, immerhin gibt es Epsteins Insel nicht mehr. Da muss sich Trump einen neuen Ort suchen, an dem er mit Bill Clinton rumhängen kann.«

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Damit legt Noah nahe, dass Trump sich auf der Privatinsel des verurteilten und mittlerweile verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein rumgetrieben habe. Unter anderem dort soll sich der Millionär Epstein an zahlreichen jungen Frauen vergangen haben. Der US-Präsident bestreitet vehement eine engere Verbindung zu Epstein, auch wenn Fotos und Zeugenberichte etwas anderes nahelegen (mehr zu den Epstein-Akten hier ).

Für Trump ist der Epstein-Skandal ein Dauerproblem, das auch seine Wählerbasis umtreibt. Entsprechend empfindlich reagiert er nun auf die satirische Spitze bei den Grammys.

Trump schrieb in einem langen Beitrag auf seinem Netzwerk Truth Social unter anderem über sich in der dritten Person: »Noah sagt, FÄLSCHLICHERWEISE, dass Donald Trump und Bill Clinton Zeit auf Epstein Island verbracht hätten. FALSCH!!!«

Zahlreiche politische Aussagen bei Grammys

Und weiter: »Sieht so aus, als müsste ich meine Anwälte losschicken, um diesen schlechten, lächerlichen, talentfreien Idioten auf richtig viel Geld zu verklagen.« Dann schickt er noch hinterher: »Mach dich bereit, Noah. Ich werde noch viel Spaß mit dir haben.«

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Die Gala in Los Angeles war insgesamt deutlich politisch geprägt gewesen. Musikerinnen wie Joni Mitchell, Carole King und Kehlani trugen ihre »ICE OUT«-Buttons zur Schau, Bad Bunny sprach die Worte auf der Bühne aus und gab damit einen Vorgeschmack auf seine Super-Bowl-Halbzeitshow in einer Woche, die – nach Trumps Kritik an dem puerto-ricanischen Musiker – verspricht, ebenfalls politisch zu werden.

Die beste Newcomerin, Olivia Dean, betonte in ihrer Dankesrede, dass sie die Enkelin von Einwanderern sei. »Fuck ICE«, sagt Billie Eilish. Niemand sei illegal auf gestohlenem Land.

Bei den 68. Grammy Awards war Politik beinahe wichtiger als Musik: Mehr dazu hier in der Analyse. 

jok