US-Präsident Donald Trump hat Iran inmitten der festgefahrenen diplomatischen Bemühungen mit der Zerstörung gedroht. »Für Iran tickt die Uhr, und sie sollten sich besser SCHNELL bewegen, sonst wird von ihnen nichts mehr übrig bleiben«, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social und drängte Teheran zum Abschluss eines Abkommens. »DIE ZEIT DRÄNGT!«
Mit ähnlich drastischen Worten hatte der US-Präsident Iran bereits Anfang April gedroht. »Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht sterben und niemals wieder zum Leben erweckt werden«, erklärte er am 7. April.
Einen Tag später trat eine Waffenruhe in Kraft, die Trump später auf unbestimmte Zeit verlängerte. Spannungen in der Region hatten diese jedoch mehrfach ins Wanken gebracht.
Streit um Irans Atomprogramm
Die Waffenruhe hänge nur noch am seidenen Faden, sagte Trump am vergangenen Montag. Auch nach Trumps Reise nach Peking in dieser Woche war zunächst unklar, ob sein Besuch in China – einem wichtigen Verbündeten Irans – ein Kriegsende näher gebracht hat. Die iranische Antwort auf einen US-Vorschlag zur Beendigung des Kriegs bezeichnete Trump kürzlich als »Müll«.
Die US-Regierung habe »überzogene Bedingungen« gestellt und ihrerseits »keinerlei greifbare Zugeständnisse« gemacht, schrieb die iranische Nachrichtenagentur Mehr am Sonntag. So habe Washington »sehr strenge und langfristige Restriktionen für den iranischen Atomsektor« verlangt. Diese Strategie der USA führe in eine »Sackgasse in den Verhandlungen«.
Laut der iranischen Nachrichtenagentur Fars legte die US-Regierung einen Fünfpunkteplan zur Beendigung des Irankriegs vor, wonach Iran nur noch eine Atomanlage betreiben dürfte und seinen Bestand an hoch angereichertem Uran den USA aushändigen müsste. Außerdem wolle Washington nicht einmal 25 Prozent der eingefrorenen iranischen Guthaben freigeben und keine Reparationszahlungen für Kriegsschäden leisten.
Trump plant offenbar Treffen mit wichtigsten nationalen Sicherheitsberatern
Israel stellt sich nach Medienberichten bereits auf eine mögliche Wiederaufnahme der Angriffe in Iran ein. »Unsere Augen sind weit geöffnet in Bezug auf Iran«, sagte der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu bei einer Kabinettssitzung in Jerusalem. Er werde in Kürze mit US-Präsident Donald Trump sprechen. »Es gibt gewiss viele Möglichkeiten, wir sind auf jedes Szenario vorbereitet.«
Die israelische Armee sei in Erwartung der möglichen Wiederaufnahme der Angriffe in Iran in höchster Bereitschaft, schrieb die Zeitung »Jediot Achronot« unter Berufung auf israelische Regierungsvertreter. Israel warte auf eine Entscheidung Trumps, hieß es.
Laut dem Nachrichtenportal »Axios« wird US-Präsident Donald Trump voraussichtlich am Dienstag eine Sitzung im Lagezentrum mit seinen wichtigsten nationalen Sicherheitsberatern abhalten, um die Optionen für militärische Maßnahmen gegen Iran zu erörtern. Das Portal berief sich auf zwei US-Beamte.
Die USA und Israel hatten den Irankrieg Ende Februar begonnen. Teheran reagierte auf das massive Bombardement mit Gegenangriffen auf Israel sowie die Staaten am Persischen Golf, die es als US-Verbündete betrachtet.
»Jediot Achronot« zufolge wird derzeit nicht erwartet, dass Trump einen umfassenden Krieg mit dem Ziel eines Sturzes der iranischen Führung beginnen will. Stattdessen rechne man eher mit begrenzten Angriffen auf Kraftwerke und Brücken. Denkbar seien aber auch Bodenoperationen zur Einnahme der für den Export wichtigen Insel Charg oder zur Bergung der Bestände von rund 440 Kilogramm Uran, das in Iran auf 60 Prozent angereichert wurde und bei weiterer Anreicherung zum Bau mehrerer Atomwaffen ausreichen könnte.
