SpOn 08.01.2026
10:22 Uhr

Donald Trump deutet US-Aufsicht über Venezuela für Jahre an


Den Staatschef entführt, die Ölgeschäfte im Griff: Die USA haben sich in Venezuela eingerichtet. Nach Aussage von Donald Trump könnte das lange so bleiben. Der Präsident schaut wohl bereits nach Kolumbien.

Donald Trump deutet US-Aufsicht über Venezuela für Jahre an

Nach dem Angriff auf Venezuela scheint sich US-Präsident Donald Trump auf eine längere Präsenz in dem südamerikanischen Land einzurichten. Die US-Aufsicht wolle er so schnell nicht abgeben, sagte Trump in einem Interview ⁠mit ‍der Zeitung »New York Times« . »Nur die Zeit ‌wird es zeigen«, antwortete er über die Dauer der US-Präsenz. Auf die Frage, ob es sich um drei Monate, sechs Monate, ​ein Jahr oder länger handeln ‌werde, sagt ⁠Trump: »Ich würde sagen, viel länger.«

Die USA hatten am Wochenende Venezuela überfallen, offiziell deklariert als Kampf gegen Drogen, und dabei Staatschef Nicolás Maduro gefangen genommen. Präsident Trump scheint sich indes deutlich mehr für Öl zu interessieren. Bereits den zweiten Tag in Folge äußerte er sich zu den künftigen Einnahmen aus dem Verkauf von Rohöl des südamerikanischen Landes. »Ich wurde soeben informiert, dass Venezuela mit dem Geld, das sie durch unseren neuen Öl-Deal bekommen, nur amerikanische Produkte kaufen wird«, schrieb er auf Truth Social.

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Venezuela verpflichte sich, die USA zu seinem wichtigsten Geschäftspartner zu machen, behauptete Trump. Dies sei eine »sehr gute Sache« für die Menschen in Venezuela und in den Vereinigten Staaten. Mit den Öleinnahmen sollen Trump zufolge unter anderem US-Agrarprodukte, Medikamente, medizinische Geräte und Ausrüstung zur Verbesserung des venezolanischen Stromnetzes und der Energieanlagen gekauft werden. Die Regierung in Caracas reagierte zunächst nicht auf Trumps Äußerung.

Die USA hatten zuvor angekündigt, den venezolanischen Ölverkauf »auf unbestimmte Zeit« in ihre Hand zu nehmen.

Drohungen auch gegen Kolumbien

Nach dem Angriff auf Venezuela hatte Trump auch seine Drohungen gegenüber dem Nachbarland Kolumbien und dessen Staatschef Gustavo Petro verschärft – mit dem Vorwurf, die Kokainproduktion nicht ausreichend zu bekämpfen. Nun sprach Trump direkt mit Petro und kündigte ein Treffen im Weißen Haus an.

Trump hatte am Sonntag vor Journalisten gesagt, Kolumbien sei »sehr krank« und werde von einem »kranken Mann« regiert, der es liebe, »Kokain zu produzieren und es in die Vereinigten Staaten zu verkaufen«. Das werde er »nicht mehr lange machen«, sagte Trump – ohne ins Detail zu gehen, was er konkret damit meinte. Auf die Nachfrage einer Journalistin, ob es einen Militäreinsatz gegen Kolumbien geben werde, antwortete Trump so: »Das klingt gut.«

mrc/Reuters