Dass der US-Präsident gern gegen Journalisten und vor allem Journalistinnen austeilt, ist inzwischen bekannt. Auch CNN-Korrespondentin Kaitlan Collins hatte das schon selbst erfahren. Donald Trump bezeichnete die 33-Jährige erst vor wenigen Wochen als »dumm« und »bösartig« , dabei ging es um ihre Fragen zu seinen Plänen für den neuen Ballsaal am Weißen Haus.
Am Dienstag nun war Collins wieder im Oval Office, gemeinsam mit anderen Medienvertretern. Diesmal wollte sie Trump eine Frage zum Fall Jeffrey Epstein stellen.
Zunächst wies Collins darauf hin, dass Trump versuche, die neuesten Enthüllungen als nur für die oppositionellen Demokraten belastend darzustellen – dabei enthüllten die jüngst veröffentlichten Epstein-Akten auch die Beziehungen des verurteilten Sexualstraftäters zu zwei Verbündeten Trumps: seinem einstigen Berater Elon Musk und zu seinem Handelsminister Howard Lutnick.
Trump tat das ab und erwiderte, mit den beiden sei sicher alles in Ordnung, andernfalls hätte es »große Schlagzeilen« gegeben. Tatsächlich gab es Schlagzeilen über die Enthüllungen, dass Musk und Lutnick Epstein näher standen, als sie zuvor angegeben hatten (mehr dazu hier ).
Collins hakte nach. Sie erklärte, viele der Frauen, die Opfer von Epsteins Machenschaften geworden sind, seien unzufrieden mit der Art und Weise, wie das US-Justizministerium die Akten bearbeitet habe, darunter »die vollständige Schwärzung ganzer Zeugenaussagen« (mehr dazu hier ). Trump versuchte dann, das Thema zu beenden: »Ich denke, es ist wirklich an der Zeit, dass sich das Land anderen Themen zuwendet, jetzt, wo nichts über mich herausgekommen ist.«
Collins versuchte es daraufhin noch einmal: »Aber was würden Sie den Menschen sagen, die das Gefühl haben, keine Gerechtigkeit erfahren zu haben, Herr Präsident?« Der holte schließlich zu einer persönlichen Attacke gegen Collins aus.
President Trump argues the country should move on from the Epstein files and lashes out when asked about the survivors' response to the latest release from the Justice Department. pic.twitter.com/NB2IJntX3h
— Kaitlan Collins (@kaitlancollins) February 4, 2026
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Sie sei »die schlimmste Reporterin«, sagte Trump und wandte sich dann an die republikanischen Abgeordneten, die um seinen Schreibtisch herumstanden. Sie sei eine junge Frau, aber noch nie habe er sie lächeln sehen. Er kenne sie nun schon seit zehn Jahren, sagte er an Collins gewandt, »aber ich glaube nicht, dass ich jemals ein Lächeln auf Ihrem Gesicht gesehen habe«.
»Nun ja«, entgegnete Collins, »ich frage Sie nach den Überlebenden des Missbrauchs durch Jeffrey Epstein, Herr Präsident.«
Trump ignorierte den Einwurf und fuhr fort: »Wissen Sie, warum Sie nie lächeln? Weil Sie wissen, dass Sie nicht die Wahrheit sagen.« Sie arbeite für eine unehrliche Organisation – und die sollte sich für Collins schämen, so Trump.
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Im Trump-Team kam der Schlagabtausch offenbar gut an. Auf einem X-Account des Weißen Hauses wurde ein kurzes Video davon veröffentlicht , überschrieben mit den Worten, Trump habe Collins »vernichtet«. Auch Collins postete ein Video des Vorfalls.
Sie ist nicht die einzige Journalistin, die Trump jüngst beleidigt hat:
Im vergangenen November nannte er CBS-News-Reporterin Nancy Cordes »eine dumme Person«.
Katie Rogers von der »New York Times« bescheinigte er im selben Monat, eine »drittklassige Reporterin« zu sein, »die sowohl innerlich als auch äußerlich hässlich ist« (mehr dazu hier).
Und Catherine Lucey von Bloomberg ging er vor versammelter Journalistenmannschaft in der »Air Force One« mit den Worten an: »Still! Still, Schweinchen!« Diese »Piggy«-Beleidigung von Trump macht deutlich: Das kann er nur, weil ihn Männer weltweit decken. Mehr dazu erfahren Sie hier .
