SpOn 14.01.2026
14:02 Uhr

Donald Trump bekräftigt Anspruch auf Grönland: »Lebenswichtig für den Golden Dome«


Donald Trump bleibt bei seinen Forderungen nach Grönland. In einem Post begründet er den Anspruch nun mit einem neuen US-Flugabwehrsystem. Von der Nato erwartet er Unterstützung.

Donald Trump bekräftigt Anspruch auf Grönland: »Lebenswichtig für den Golden Dome«

In der täglichen Flut von Beiträgen, die US-Präsident Donald Trump mit Vorliebe auf seiner eigenen Onlineplattform Truth Social veröffentlicht, sorgt ein Schlagwort derzeit für besondere Anspannung: Grönland. Seit Tagen bemühen sich andere Nato-Staaten, den Präsidenten von seiner Idee abzubringen, die Arktisinsel unter US-amerikanische Kontrolle zu bringen.

Doch Trump lässt durchblicken: Die zahlreichen Versuche, ihn milde zu stimmen, bewegen ihn nicht zum Umdenken. »Die Vereinigten Staaten brauchen Grönland aus Gründen der nationalen Sicherheit«, schrieb der Präsident nun in einem neuen Beitrag auf Truth Social  und bekräftigte damit seine Forderung.

Auffällig ist indes die Begründung. Laut Trump ist der Besitz der Insel »lebenswichtig für den Golden Dome«, also ein geplantes mehrschichtiges Flugabwehrsystem, mit dem die USA künftig aus dem Weltraum Raketen und Marschflugkörper abfangen wollen. Die Nato sollte die USA aus seiner Sicht dabei aus eigenem Interesse unterstützen, die Kontrolle über die autonom regierte, aber zu Dänemark gehörende Insel zu übernehmen.

»Nato sollte uns dabei den Weg weisen«

»Die Nato sollte uns dabei den Weg weisen«, so Trump. Das Bündnis werde »weitaus mächtiger und effektiver, wenn Grönland in den Händen der Vereinigten Staaten liegt«, behauptete er. »Alles darunter ist inakzeptabel.«

Trump betonte zudem erneut vor einer Einflussnahme durch Moskau oder Peking, ohne dies genauer zu erläutern. »Wenn wir es nicht tun, werden es Russland oder China tun, und das wird nicht passieren«, schrieb der Präsident.

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Durch Trumps Äußerungen dürfte das für den späten Nachmittag (deutscher Zeit) geplante Treffen zwischen den Außenministern Dänemarks, Grönlands und der USA nicht einfacher werden. Zu dem Termin hatte sich spontan auch US-Vizepräsident JD Vance angemeldet, Trump selbst soll allerdings nicht teilnehmen.

Warum das Treffen im dänischen Königreich mit Spannung und Sorge erwartet wird, lesen Sie in dieser Analyse  aus Grönlands Hauptstadt Nuuk.

Die dänische und die grönländische Regierung lehnen die Übernahmepläne der USA entschieden ab. Auch die Bundesregierung hat sich zuletzt mehrfach entschieden dagegen positioniert. Die US-Ansprüche auf Grönland drohen dabei, den Zusammenhalt innerhalb der Nato zu untergraben. »Alleingänge sind die schlechtere Alternative und gefährden den Fortbestand der Nato«, sagte zuletzt etwa Bundesverteidigungsminister Pistorius. Der Nato-Gipfel in Ankara kommenden Juli müsse auch bezüglich der Arktis »ein Signal der Geschlossenheit und Solidarität senden«.

fek