Die USA haben am 25. Dezember Luftangriffe auf Stellungen der Extremistengruppe »Islamischer Staat« (IS) im Nordwesten Nigerias geflogen. Donald Trump begründete den Einsatz seinerzeit mit Angriffen und Entführungen von Christen durch IS-Kämpfer.
Nun meldet das »Wall Street Journal«, dass die Vereinigten Staaten in den kommenden Wochen 200 Soldaten in das westafrikanische Land entsenden werden. Sie sollen an verschiedenen Standorten stationiert sein und die nigerianischen Truppen beim Kampf gegen Terroristen unterstützen, etwa bei der Identifizierung von militärischen Zielen oder bei Operationen, die parallel an Land und in der Luft durchgeführt werden; die US-Soldaten sollen aber nicht selbst kämpfen. Bereits jetzt sind einige wenige US-Soldaten in Nigeria im Einsatz.
Erst diese Woche haben bewaffnete Angreifer im Norden Nigerias drei Menschen getötet und mehrere Personen entführt. Unter den Verschleppten ist auch ein katholischer Priester, wie Kirchenvertreter und die Polizei mitteilten. Der Überfall auf die Residenz des Geistlichen in Karku im Bundesstaat Kaduna habe sich am frühen Samstagmorgen ereignet.
Zu den genauen Opferzahlen gab es widersprüchliche Angaben. Die Diözese von Kafanchan erklärte, neben dem Priester seien zehn weitere Personen entführt und drei Bewohner getötet worden. Ein Polizeisprecher sprach dagegen von insgesamt fünf Verschleppten. Bei den Toten handele es sich um zwei Soldaten und einen Polizisten, die bei einem Schusswechsel mit den Angreifern ums Leben gekommen seien. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International warf der Regierung angesichts der zunehmenden Gewalt »grobe Inkompetenz« vor. Die Sicherheitskrise gerate zunehmend außer Kontrolle.
Erst vor wenigen Tagen hatten Sicherheitskräfte 166 Gläubige befreit, die zuvor bei Angriffen auf zwei Kirchen in Kaduna verschleppt worden waren. Die Gewalt hat inzwischen auch international für Aufsehen gesorgt.
