Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump will Schutzbestimmungen für bedrohte Tier- und Pflanzenarten aufweichen. Der sogenannte »Endangered Species Act« solle »überarbeitet« werden, heißt es in einer Mitteilung des Innenministeriums . Insgesamt gehe es um vier Vorschläge, die »regulatorische Hürden« abbauen sollen.
Unter anderem sollen künftig wirtschaftliche Faktoren berücksichtig werden, etwa Einnahmeverluste wegen ausbleibender Ölbohrungen, bevor eine Art als gefährdet eingestuft wird. Die US-Behörde für Fischerei und Wildtiere erklärte, die Anpassungen sorgten für »Naturschutz, der Hand in Hand mit Energie, Landwirtschaft und Infrastruktur geht«.
Wie die »New York Times« berichtet, ähneln die Pläne den Änderungen, die Trump bereits in seiner ersten Amtszeit am »Endangered Species Act« vorgenommen hat. Die Regierung macht damit Regelungen von Ex-Präsident Joe Biden rückgängig, die dieser gegen die Lockerungen seines Vorgängers erlassen hatte.
Umweltschützer kritisieren die Vorstöße scharf. Sie seien ein Todesurteil für bedrohte Arten, sagte Stephanie Kurose vom Center for Biological Diversity . Die NGO Earthjustice spricht von einem »Angriff« auf diese Tiere und Pflanzenarten. Es wird erwartet, dass Umwelt- und Naturschutzgruppen Klage einreichen: »Wir haben schon einmal dagegen gekämpft und wir werden erneut dagegen kämpfen«, sagte Kurose der »New York Times«.
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Der »Endangered Species Act« wurde im Jahr 1973 verabschiedet und hat nachweislich dazu beigetragen, bedrohte Arten vor dem Aussterben zu bewahren. Gegner kritisieren die Regelung unter anderem dafür, dass sie genutzt werde, um Infrastrukturprojekte grundlos zu blockieren.
Zuletzt hatte Trump verkündet, im Bundesstaat Alaska verstärkt nach Öl und Gas bohren zu lassen. Warum das Umweltschützer alarmiert, lesen Sie hier.
