SpOn 20.11.2025
00:44 Uhr

Donald Trump: US-Präsident räumt sinkende Umfragewerte ein – außer bei »klugen Leuten«


Die Zustimmungswerte für Donald Trump sind im Keller. Das muss sogar der sonst wenig selbstkritische US-Präsident einräumen. Er hat aber eine Erklärung dafür parat.

Donald Trump: US-Präsident räumt sinkende Umfragewerte ein – außer bei »klugen Leuten«

Man kann US-Präsident Donald Trump nicht nachsagen, dass er Schwächen und Rückschläge so ohne Weiteres einräumt. Umso mehr überrascht, dass der Republikaner nun über seine schwächelnden Zustimmungswerte spricht. »Meine Umfragewerte sind gerade gesunken, aber bei klugen Leuten sind sie stark gestiegen«, sagte Trump am Mittwoch in einer Rede vor hochrangigen Managern und Vertretern aus Saudi-Arabien.

Nach seiner Darstellung hat sein Ansehen bei Konservativen gelitten, die seine Ansicht nicht teilen, dass einige qualifizierte ausländische Arbeitskräfte für den Aufbau wichtiger Industrien im Inland benötigt werden.

Trump vertritt allgemein eine harte Linie bei der Einwanderung, ein Kernelement seines Wahlkampfes. Doch vielen seiner Fans in der sogenannten MAGA-Bewegung (Make America Great Again) ist das nicht hart genug. Trump sah sich genötigt, seine Position zu verteidigen. »Das hier ist MAGA. Diese Leute zeigen unseren Leuten, wie sie Mikrochips herstellen und nach kurzer Zeit können unsere Leute das dann selbst. Dann können die anderen nach Hause gehen«, so Trump bei dem Termin.

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Laut einer am Vortag veröffentlichten Umfrage von Reuters/Ipsos sind Trumps Zustimmungswerte zuletzt auf 38 Prozent gefallen, den niedrigsten Wert seit seiner Rückkehr ins Amt. Gründe sind demnach die Unzufriedenheit mit den hohen Lebenshaltungskosten und der Untersuchung im Fall des verstorbenen verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein.

Für die Inflation machte der Republikaner Trump am Mittwoch die Demokraten verantwortlich. Zu Epstein äußerte er sich zunächst nicht. Der Reuters/Ipsos-Umfrage zufolge liegt Trumps Zustimmung bei Wählern mit Hochschulabschluss bei 33 Prozent, bei Befragten ohne Hochschulabschluss dagegen bei 42 Prozent.

Wahlniederlagen für die Republikaner

Nicht nur in den Umfragen läuft es derzeit mäßig für die Republikaner. Auch bei den letzten Wahlergebnissen sahen sie nicht gut aus. Ein Jahr vor den sogenannten Midterms hatten die Bürgerinnen und Bürger Anfang November unter anderem in Gouverneurswahlen in zwei US-Bundesstaaten und der Bürgermeisterwahl in New York City abstimmt. Überall setzten sich die Demokraten durch.

Die beiden demokratischen Kandidatinnen für die Gouverneursposten in Virginia und New Jersey, Abigail Spanberger und Mickie Sherrill hatten in ihren Wahlkämpfen auf Wirtschaftsthemen gesetzt.

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Sie sprachen steigende Kosten wie für Lebensmittel, Energie und Gesundheit an. Ihre republikanischen Herausforderer hingegen setzten auf ihre Nähe zu Trump und seine Identitäts-, Einwanderungs- und Kriminalitätspolitik.

Für die Demokraten zahlte es sich aus, Kandidatinnen der Mitte in die Rennen zu schicken. Spanberger und Sherrill setzten in ihren Wahlkämpfen beide nicht nur auf klassische Kernthemen ihrer Partei – Wirtschaft, Lebenshaltungskosten und Gesundheitsversorgung. Sie distanzierten sich auch aktiv von einigen deutlich linkeren Positionen. Sie stehe für »Pragmatismus statt Parteipolitik«, machte Spanberger in ihrer ersten Rede deutlich. Mit diesem Kurs gelang es beiden Frauen, unabhängige Wähler und Latinos zurückzugewinnen.

jok/Reuters