Der Angriff auf Nationalgardisten in Washington, D.C., hat ein Todesopfer gefordert. Wie Präsident Donald Trump am Donnerstagabend (Ortszeit) erklärte, erlag Sarah B. ihren Verletzungen. Es handele sich um eine Frau aus dem Bundesstaat West Virginia, die ihren Dienst im Juni 2023 begonnen habe, sagte Trump weiter. Er würdige sie als »sehr angesehenen, jungen, großartigen« Menschen. Ein männliches Mitglied der Nationalgarde befindet sich laut seinen Angaben weiter in Lebensgefahr.
Am Mittwochnachmittag (Ortszeit) hatte ein Schütze in der Nähe des Weißen Hauses das Feuer auf zwei Mitglieder der Nationalgarde eröffnet. Die amtierende Staatsanwältin für die US-Hauptstadt, Jeanine Pirro, sagte, der mutmaßliche Täter habe mit seiner Frau und vermutlich fünf Kindern in Bellingham im Bundesstaat Washington an der Westküste der USA gelebt. Der 29-jährige Tatverdächtige sei mit einem Fahrzeug quer durchs Land in die Hauptstadt gefahren. Bei der Tat habe er einen Revolver benutzt. Das Tatmotiv ist unklar.
Ein Vertreter der Polizei in Washington hatte gesagt, der Schütze sei um eine Ecke gekommen und habe sofort auf die beiden Nationalgardisten gefeuert. Weitere Mitglieder der Nationalgarde hätten die Schüsse gehört, eingegriffen und den Verdächtigen überwältigt, nachdem dieser zu Boden gegangen sei. Die Polizei sei wenige Augenblicke später eingetroffen.
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Der mutmaßliche Täter war ebenfalls schwer verletzt festgenommen worden. Auch sein Zustand ist nach Angaben des Präsidenten ernst. Trump hatte ihn in einer ersten Reaktion als »Tier« bezeichnet und gedroht, er werde noch »einen hohen Preis zahlen«. Trump sprach von einem »Terrorakt«.
US-Heimatschutzministerin Kristi Noem erklärte später auf der Plattform X, bei dem Verdächtigen handele es sich um einen afghanischen Staatsbürger, der sich seit 2021 in den USA aufhalte. Sie machte indirekt die Regierung von Trumps demokratischem Amtsvorgänger Joe Biden dafür verantwortlich. Der Mann sei ohne die nötigen Überprüfungen ins Land gekommen, behauptete sie. US-Medienberichten zufolge wurde dem Mann erst 2025, also nach Trumps zweitem Amtsantritt, Asyl gewährt.
Hegseth will mehr Einheiten nach D.C. schicken
Seit dem Sommer sind mehr als 2000 Nationalgardisten in der US-Hauptstadt unterwegs. Trump hatte sie im August dorthin beordert und den Einsatz mit angeblich ausufernder Kriminalität begründet. Diese Darstellung ist umstritten, Statistiken stützen sie nicht.
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärte, Trump habe ihn nach den Schüssen in Washington angewiesen, 500 zusätzliche Nationalgardisten in die Hauptstadt zu entsenden. Er werde die nötigen Schritte einleiten, so Hegseth. Der Angriff in der Innenstadt werde die »Entschlossenheit« der Regierung »nur noch verstärken«. (Mehr dazu lesen Sie hier in einer Analyse aus den USA.)
Die Nationalgarden sind militärische Reserveeinheiten und Teil der US-Streitkräfte. Sie unterstehen in der Regel der Kontrolle der Bundesstaaten und werden etwa bei Naturkatastrophen, Unruhen oder anderen Notlagen eingesetzt. In bestimmten Situationen kann jedoch auch der US-Präsident das Kommando übernehmen. Für Washington gelten Sonderregeln.
