SpOn 08.12.2025
21:32 Uhr

Donald Trump: Supreme Court könnte Befugnisse des US-Präsidenten stärken


Der US-Präsident feuerte eine missliebige Kommissarin der Wettbewerbsbehörde. Die Frau klagte dagegen. Nun entscheidet das Oberste Gericht, wie viel Macht Donald Trump hat. Berichten zufolge haben die Richter eine Tendenz.

Donald Trump: Supreme Court könnte Befugnisse des US-Präsidenten stärken

Wie weit reichen die Befugnisse eines US-Präsidenten: Darf er leitendes Personal von Bundesbehörden einfach feuern? Die Entlassung einer Kommissarin der Wettbewerbsbehörde FTC durch Donald Trump wirft in den USA grundsätzliche Fragen zur Gewaltenteilung auf.

»New York Times« , »Politico«  und CNN  berichten nun unter Berufung auf eine Anhörung, dass das mehrheitlich konservativ besetzte Oberste Gericht dazu neigt, die Machtbefugnisse des US-Präsidenten auszuweiten. Die Entlassung der FTC-Kommissarin könnte für rechtmäßig erklärt werden. Eine untere Instanz hatte Trumps Vorgehen zuvor als rechtswidrig eingestuft.

Wen darf ein Präsident feuern?

In dem Fall hatte Trump eine demokratische Kommissarin der Wettbewerbsbehörde FTC entlassen. Medien zufolge musste sie aufgrund politischer Meinungsverschiedenheiten zwischen der Regierung und der Beamtin gehen. Die Kommissarin klagte gegen ihre Entlassung. Eigentlich darf ein Präsident nur leitende Mitglieder unabhängiger Behörden bei »Ineffizienz, Pflichtverletzung oder Amtsmissbrauch« feuern.

Kritiker sahen darin einen Versuch, die Unabhängigkeit von Behörden wie der FTC zu untergraben. Befürworter argumentieren dagegen, dass ein Präsident die vollständige Kontrolle über die Exekutive haben muss.

Ein 90 Jahre alter Präzedenzfall

Der Oberste Gerichtshof hatte 1935 in einem ähnlichen Fall einstimmig entschieden, dass die Entlassung eines FTC-Kommissars durch den Präsidenten unzulässig war. Unabhängige Bundesbehörden erließen Vorschriften und entschieden in Streitfällen, sodass sie von der Exekutive unterschieden werden müssten, argumentierte das Gericht damals. Sie dürften daher nicht willkürlicher Einflussnahme durch einen Präsidenten unterliegen.

Mehr zum Thema

Es ist nicht das erste Mal, dass Trump Entlassungen forcierte: Auf dem Weg zu einem weniger unabhängigen Vorstand der US-Notenbank Federal Reserve hatte Trump es auf die Fed-Gouverneurin Lisa Cook abgesehen. Er will sie wegen angeblichen Hypothekenbetrugs loswerden. Cook bestreitet ein Fehlverhalten. Der Fall liegt mittlerweile ebenfalls vor dem Obersten Gericht der USA. Dort kassierte Trump zuletzt einen Dämpfer bei seinem Entlassungsversuch, das letzte Wort ist allerdings noch nicht gesprochen. Auch Fed-Chef Jerome Powell drohte er mehrfach mit Entlassungen .

ptz/dpa