Donald Trump, US-Präsident:
»Oh, als ich diese Notiz sah, dachte ich: ›Ich freue mich, bekannt geben zu dürfen, dass Norwegen ...‹ Ich dachte, sie würden mir mitteilen, dass ich den Nobelpreis bekomme.«
ORTSMARKE Washington, D.C.
Donald Trump träumt mal wieder vom Friedensnobelpreis. Und das bereits beim ersten Treffen seines selbst ernannten »Board of Peace«, das den brüchigen Waffenstillstand im Gazastreifen in einen dauerhaften Frieden umwandeln soll.
Dass es Trump erst mal nicht um Inhalte geht, dürfte klar sein. Der US-Präsident nahm sich ausgiebig Zeit, die Runde vorzustellen und viel Lob zu verteilen.
Donald Trump, US-Präsident:
»Seine Exzellenz, Premierminister Al-Thani von Katar.«
»Herr Premierminister Dan aus Rumänien, wunderbare Menschen …«
Ob er alle, die da sind, so gut kennt?
Donald Trump, US-Präsident:
»Präsident Mirsijojew aus Usbekistan … Wer ist …? Wo? Da ist er. Ein Freund von mir.«
Zum indonesischen Präsidenten, Prabowo, sagte Trump:
Donald Trump, US-Präsident:
»Schaut euch diesen Mann an. Schaut, wie hart er ist. Glaubt ihr, es ist einfach, mit ihm umzugehen? Schaut sein Gesicht an. Du bist ein harter Brocken.«
»Marokko. Vielen Dank. Großartig. Was ihr tut, ist großartig. Albanien, Kosovo und Kasachstan …«
Im Friedensrat sitzt auch Trump-Fan und Fifa-Präsident, Gianni Infantino. Sein Verband will Gelder bereitstellen und Fußballstadien in Gaza bauen.
Länder wie Deutschland, Großbritannien und Italien sind nur als Beobachter bei dem Friedensrat dabei. Allgemein ist die Sorge groß, dass wenig Rücksicht auf die Selbstbestimmung der Palästinenser im Gazastreifen genommen wird. Immerhin taucht das Wort »Gaza« in der Charta des Gremiums überhaupt nicht auf. Außerdem sind einige der Teilnehmer dafür bekannt, es mit den Menschenrechten nicht so genau zu nehmen.
Daher kam es vor dem Veranstaltungsort – selbstverständlich im neu umbenannten Donald J. Trump Institute for Peace – zu kleineren Protesten.
Für den US-Präsidenten sollte das Board mindestens auf einer Ebene mit der Uno stehen:
Donald Trump, US-Präsident:
»Wir werden sehr eng mit den Vereinten Nationen zusammenarbeiten. Wir werden sie zurückholen. (…) Der Friedensrat wird die Vereinten Nationen fast schon überwachen und dafür sorgen, dass sie ordnungsgemäß funktionieren.«
Konkret wurden bei dem Treffen wohl sieben Milliarden US-Dollar an Hilfe für Gaza zugesagt, Trump will noch zehn zusätzliche Milliarden drauflegen, die jedoch vom Kongress abgesegnet werden müssen. Internationale Schätzungen gehen davon aus, dass der Wiederaufbau im Gazastreifen 70 Milliarden Dollar kosten würde.