SpOn 06.02.2026
03:40 Uhr

Donald Trump: Neues Portal soll Medikamentenkosten in den USA senken


Medikamente sind in Amerika oft teuer. Präsident Trump will das ändern und bringt dafür eine neue Regierungswebseite ins Spiel. Doch es scheint eher unwahrscheinlich, dass Verbraucher wirklich Geld sparen.

Donald Trump: Neues Portal soll Medikamentenkosten in den USA senken

US-Präsident Donald Trump hat den Start eines nach ihm benannten Internetportals verkündet, über das Amerikanerinnen und Amerikaner günstiger an Medikamente gelangen sollen. Die Regierungswebseite namens »TrumpRx« verkauft die Medikamente nicht selbst, stattdessen kann man dort nach verschreibungspflichtigen Arzneien suchen. Sind sie auf der Website gelistet, bekommt man angezeigt, wie viel man beim Kauf angeblich sparen könnte. Um diesen Preis zu erhalten, kann man sich dann etwa einen Coupon herunterladen und diesen bei kooperierenden Apotheken einreichen. Alternativ verweist das Portal auf einen Direktkauf bei den Herstellern.

»Dutzende der am häufigsten genutzten verschreibungspflichtigen Medikamente werden für alle Verbraucher über eine neue Website zu drastischen Preisnachlässen erhältlich sein«, sagte Trump zum Start des Portals. Zu diesem Zeitpunkt waren dort nach Angaben des Weißen Hauses 40 Produkte gelistet – darunter Abnehmspritzen. Ob und in welchem Umfang Amerikaner dadurch in ihrem Alltag tatsächlich Geld sparen werden, ist allerdings unklar.

Lebenshaltungskosten sind ein wichtiges Thema in den USA

Die USA gelten bei vielen Medikamenten als einer der teuersten Märkte der Welt. Länder in Europa oder Asien verhandeln meist zentrale Höchstpreise und regulieren die Pharmaindustrie stärker. In den USA wird seit Längerem über die gestiegenen Lebenshaltungskosten diskutiert, die hohen Arzneimittelpreise sind dabei einer von vielen Aspekten. Trump sieht sich dabei mit der Kritik konfrontiert, er würde sich zu viel um außenpolitische Angelegenheiten kümmern und darüber die eigentlichen Sorgen der Menschen im Land vernachlässigen.

Der Republikaner will die Medikamentenpreise in den USA seit Längerem senken und setzt dafür auch auf Vereinbarungen mit Pharmakonzernen. Eine Reihe von ihnen hatte bereits angekündigt, Arzneien mit Rabatt über die Plattform anzubieten.

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Wie viele Patienten durch die Nutzung des Portals tatsächlich Geld sparen werden, ist unklar. Laut einem Bericht  der »New York Times« ist es eher unwahrscheinlich, dass Verbraucher durch die Nutzung von »TrumpRx« wirklich Geld sparen. Die meisten der dort angebotenen Medikamente seien ohnehin bereits durch Krankenversicherungen abgedeckt, viele zudem als preiswerte Generika anderer Hersteller erhältlich.

Wer über die Versicherung nur eine geringe Zuzahlung leistet, könne durch den Kauf über TrumpRx unter Umständen sogar mehrere Hundert Dollar im Jahr mehr ausgeben. Auf der Website wird Nutzerinnen und Nutzern daher ausdrücklich geraten, zunächst ihre Versicherungszuzahlung zu prüfen – denn diese könne im Einzelfall günstiger ausfallen.

jon/dpa