Hat Donald Trump seine Partei noch im Griff? Es zeichnen sich erste feine Risse ab. Ein neues Interview, das seine ehemals glühendste Anhängerin, Marjorie Taylor Greene, nun gegeben hat, passt da ins Bild: In der Sendung »60 Minutes« erzählt sie, dass die Republikaner hinter vorgehaltener Hand ganz schön über ihren Chef herziehen. Würde sie voll darüber auspacken, würde das »die Leute schockieren«, so Greene zu Moderatorin Lesley Stahl.
In der Sendung, von der nun Ausschnitte unter anderem auf YouTube veröffentlicht wurden, ist zu sehen, wie Stahl ihre Interviewpartnerin daraufhin auffordert, genau das zu tun. Greene antwortet: Sie habe miterlebt, wie viele ihrer Kolleginnen sich über den US-Präsidenten »lustig gemacht haben, über seine Art zu reden«.
Zuvor hätten viele Parteikollegen sie »ständig dafür verspottet, dass ich ihn unterstützt habe«, sagt sie weiter. Und das so lange, »bis sie ihm, als er 2024 die Vorwahlen gewann, plötzlich – entschuldige meine Ausdrucksweise, Lesley – in den Hintern gekrochen sind«, so Greene. Hinter den Kulissen würden sie aber »ganz anders« über ihn reden.
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Republikaner offenbar in Angst vor Beiträgen auf Truth Social
Ob die Republikaner Angst hätten vor Trump und ihn deshalb unterstützten, fragt Stahl weiter. »Ich glaube, sie haben panische Angst, aus der Reihe zu tanzen und dann einen fiesen Beitrag auf Truth Social zu bekommen, ja«, sagt Greene.
Sie galt viele Jahre lang als eine der treusten Anhängerinnen von Trump und seiner MAGA-Bewegung. Doch dann überwarfen sie sich im Zuge der Debatte über die Herausgabe der Epstein-Akten. Sie sei jetzt nicht mehr MAGA, erzählt die republikanische Abgeordnete in »60 Minutes« weiter, MAGA sei Trumps Slogan. Sie dagegen sei »America First«, also »Amerika zuerst«.
Die Abgeordnete aus Georgia wurde zuletzt, anders als in den vorangegangenen Monaten, bei öffentlichen Auftritten ohne ihre rote MAGA-Kappe gesehen – ein weiteres sichtbares Zeichen dafür, dass sie mit Trump gebrochen hat. Der US-Präsident hatte sie als »Verräterin« bezeichnet und wiederholt öffentlich verbal attackiert, was nach ihren Angaben eine Welle von Drohungen gegen sie ausgelöst hat.
Mehr über die »unglaubliche Wendung« von Greene und zu den Hintergründen der Fehde mit Trump lesen Sie hier .
