SpOn 15.10.2026
16:31 Uhr

Donald Trump: Hinrichtung von Attentäter soll doch nicht live übertragen werden


Der Attentäter von Fort Hood soll erschossen werden, das US-Verteidigungsministerium wollte die Hinrichtung in einem Livestream zeigen. US-Präsident Trump reagiert nun offenbar auf die Kritik an dem makabren Spektakel.

Donald Trump: Hinrichtung von Attentäter soll doch nicht live übertragen werden

Der Militärpsychiater Nidal Hasan eröffnete 2009 auf dem Militärstützpunkt Fort Hood das Feuer auf Soldaten und tötete 13 Menschen, 32 weitere Menschen wurden verletzt. Hasan wurde 2013 von einem Militärgericht zum Tode verurteilt. Vor wenigen Tagen dann erklärte das US-Verteidigungsministerium, man wolle die Hinrichtung des Amokläufers live übertragen. Nach harscher Kritik an den Plänen hat US-Präsident Donald Trump nun mitgeteilt, dass es doch keine Liveübertragung geben solle.

Eine Liveübertragung der Hinrichtung hätte vielleicht »eine starke abschreckende Wirkung gehabt«, meint Trump, »damit die Welt miterleben kann, wie Amerika mit Terroristen« umgehe. »Doch viele sehr gute und wohlmeinende Menschen möchten lieber nicht zusehen, wie er stirbt – weder per Livestream noch über ein anderes visuelles Medium«, schreibt Trump auf seiner Plattform Truth Social .

Hasan werde »wie geplant durch ein Erschießungskommando hingerichtet, doch dieses Ereignis wird nicht live übertragen«, so Trump weiter. Angehörige der Opfer könnten die Hinrichtung persönlich mitverfolgen, wenn sie dies wünschten.

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte vor wenigen Tagen angekündigt, Hasans Hinrichtung am 3. Dezember werde öffentlich stattfinden. Ein Pentagon-Mitarbeiter erklärte wenig später, die Hinrichtung auf dem Militärstützpunkt Fort Hood im Bundesstaat Texas werde live übertragen.

Parteiübergreifende Kritik

Das Vorhaben stieß parteiübergreifend auf scharfe Kritik. US-Vizepräsident JD Vance hatte Zweifel an den Plänen geäußert und gesagt, er werde sich eine mögliche Übertragung nicht ansehen. Kritiker warnten unter anderem davor, dass die Aufnahmen Terroristen als Propagandamaterial dienen könnten. Zugleich warfen die Pläne Fragen danach auf, wie man hätte verhindern können, dass beispielsweise Kinder die Hinrichtung verfolgten.

Trump hatte die Hinrichtung genehmigt – wenige Tage nachdem im US-Bundesstaat Tennessee ein Hinrichtungsversuch gescheitert war: Der wegen Mordes verurteilten Christa Pike wurden nach Angaben der Behörden zwei Dosen des Mittels Pentobarbital verabreicht, doch sie überlebte. Der Fall hatte die Debatte über die Todesstrafe in den USA neu entfacht.

Mehr zum Thema

Öffentliche Erschießungen wurden in den USA unter anderem während des Amerikanischen Bürgerkriegs im 19. Jahrhundert als Abschreckung eingesetzt. Die bislang letzte Hinrichtung durch ein Erschießungskommando des US-Militärs fand 1945 statt.

Die letzte allgemein öffentliche Hinrichtung in den USA war 1936: Damals wurde im Bundesstaat Kentucky ein Mann vor Tausenden Schaulustigen gehängt.

Wie üblich sind Todesurteile für Mitglieder der US-Armee? Wie fehlerhaft sind Exekutionen und warum kann der US-Präsident eine Hinrichtung anordnen? Die Antworten.

ptz/dpa