SpOn 27.01.2026
01:19 Uhr

Donald Trump (USA): Grenzschützer Gregory Bovino wird offenbar aus Minneapolis abgezogen


Der Border-Patrol-Kommandeur Gregory Bovino gilt als zentrale Figur bei den Unruhen in Minneapolis. Jetzt sollen er und einige seiner Leute wohl die Stadt verlassen. Stattdessen schickt der US-Präsident seinen »Grenzzar« dorthin.

Donald Trump (USA): Grenzschützer Gregory Bovino wird offenbar aus Minneapolis abgezogen

Der umstrittene Kommandeur der US-Grenzschutzbehörde Border Patrol, Gregory Bovino, soll Medienberichten zufolge bald die Stadt Minneapolis verlassen. Neben ihm sollen auch einige seiner Grenzschutzbeamten abgezogen werden, wie die US-Sender CNN und CBS News sowie die »New York Times« und die Nachrichtenagentur AP berichten. Sie stützen sich dabei auf namentlich nicht genannte Quellen, die mit dem Fall vertraut seien.

Den Berichten zufolge sollen die Beamten schon am Dienstag (Ortszeit) die Stadt verlassen. »The Atlantic«  will zudem erfahren haben, dass Bovino von seinem Posten als »Commander at Large« entbunden und zu seinem früheren Arbeitsplatz im kalifornischen El Centro zurückkehren wird. Dort werde er voraussichtlich bald in den Ruhestand treten, heißt es in dem Artikel unter Berufung auf drei anonyme Quellen.

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Der Bürgermeister von Minneapolis, der Demokrat Jacob Frey, erklärte  am Montagnachmittag, er habe mit US-Präsident Donald Trump telefoniert. Frey kündigte an, einige Bundesbeamte würden die Stadt ab Dienstag verlassen. Nähere Details nannte er nicht. So ist etwa unklar, wie viele Beamte genau aus Minneapolis abgezogen werden.

Am Samstag war der US-Bürger Alex Pretti durch Schüsse bei einem Einsatz von Beamten der Border Patrol getötet worden. Bereits Anfang Januar hatte ein Beamter der Einwanderungsbehörde ICE in Minneapolis die US-Bürgerin Renée Good erschossen. Seither wächst der Protest in der Stadt – und landesweit – gegen die Trump-Regierung und ihre rigorose Abschiebepolitik.

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Bovino ist ein zentraler Akteur der umstrittenen Einsätze der Bundesbeamten in der demokratisch regierten Stadt im US-Bundesstaat Minnesota geworden. Er hatte nach dem Tod Prettis in einem CNN-Interview gesagt, dass die Beamten die »Opfer« seien. Auch wegen seines rigorosen Auftretens, gekleidet mit einem auffälligen Mantel, hatten Kritiker Vergleiche zu Nazimethoden gezogen. Bovino hatte das zurückgewiesen. (Mehr über die Rolle des »Mannes ohne Maske« erfahren Sie hier .)

Trump schickt Ex-ICE-Leiter Homan nach Minnesota

Wenige Stunden vor Veröffentlichung der Medienberichte hatte Trump angekündigt, dass er den früheren kommissarischen ICE-Leiter Tom Homan nach Minnesota schickt. »Tom ist hart, aber fair«, schrieb  Trump bei Truth Social, »und er wird direkt an mich berichten.« Homan solle am Montagabend ankommen und sich am Dienstag mit Bürgermeister Frey treffen, so Trump.

Regierungssprecherin Karoline Leavitt fügte an, dass Homan die Einsätze vor Ort überwachen solle. Homan ist schon länger mit der Oberaufsicht über Trumps Abschiebepolitik betraut und gilt als Hardliner (mehr zu Trumps »Grenzzar« hier ).

Trump berichtet von »sehr gutem« Telefonat mit Walz

Der US-Präsident hatte zuvor mit dem Gouverneur von Minnesota, Tim Walz, telefoniert. Es sei ein »sehr gutes« Gespräch gewesen, erklärte  Trump im Anschluss, »und wir schienen tatsächlich auf einer ähnlichen Wellenlänge zu sein«. Das ist ein deutlicher Unterschied zu seiner früheren Rhetorik: Da hatte Trump den Gouverneur als »sehr dumm« und »korrupt« bezeichnet und ihm eine Mitschuld an der Gewalt in Minneapolis gegeben (mehr dazu hier).

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Walz bestätigte das Gespräch mit Trump und bezeichnete es als »produktiv«. Er verwies auf seinen Gastbeitrag im »Wall Street Journal« , in dem er hart mit der US-Regierung ins Gericht geht. So seien Behauptungen der Regierung unkorrekt und Zahlen falsch – etwa, dass sich in den Gefängnissen des Bundesstaats fast 1400 Migranten befänden. Walz zufolge liegt die Zahl bei gut 200.

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»Jeder möchte, dass unsere Einwanderungsgesetze durchgesetzt werden«, schrieb Walz und fügte an, dass die derzeitigen Maßnahmen in seinem Bundesstaat nicht dazu beitrügen. »Das ist keine effektive Strafverfolgung. Das ist kein Rechtsstaat. Das ist Chaos. Das ist illegal. Und es ist unamerikanisch.«

Wie ist Alex Pretti zu Tode gekommen? Die Darstellung des US-Heimatschutzministeriums weckt Zweifel. Im ganzen Land wächst die Empörung, sogar die mächtige Waffenlobby verlangt Aufklärung. Mehr dazu lesen Sie hier .

aar/dpa