SpOn 03.02.2026
13:11 Uhr

Don Lemon: US-Journalist wirft Einsatzkräften vor, Angst verbreiten zu wollen


Don Lemon wollte über den Protest gegen die US-Einwanderungsbehörde ICE berichten und wurde festgenommen. Nun übt der Journalist Kritik – auch an den Medien. Sie seien aus Angst vor politischem Druck wie »gelähmt«.

Don Lemon: US-Journalist wirft Einsatzkräften vor, Angst verbreiten zu wollen

Der US-Journalist Don Lemon wurde Ende Januar von Einsatzkräften in Los Angeles festgenommen, als er über einen Protest gegen die US-Einwanderungsbehörde ICE in einer Kirche im Bundesstaat Minnesota berichtete. Mittlerweile ist Lemon wieder frei – und kritisiert das US-Justizministerium sowie die US-Medien.

Lemon sprach von einer Einschüchterung durch Einsatzkräfte. »Sie wollen einen bloßstellen. Sie wollen einen einschüchtern. Sie wollen Angst verbreiten«, sagte der frühere Moderator des Senders CNN in der Late-Night-Show »Jimmy Kimmel Live«. Es gehe ihm okay. »Ich werde mir meine Freude nicht nehmen lassen, aber das ist eine sehr ernste Angelegenheit.« Ihm würden schließlich strafrechtliche Vorwürfe gemacht.

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US-Justizministerin Pam Bondi hatte von einer »koordinierten Attacke« auf die Kirche gesprochen. Journalist Lemon wird unter anderem Verschwörung zur Verletzung von Bürgerrechten sowie die Behinderung der Religionsfreiheit vorgeworfen.

»Ich war dort als Journalist«, betonte Lemon nun erneut: »Ich war dort, um zu berichten, zu dokumentieren und festzuhalten, was geschah. Ich habe diese eine Gruppe begleitet. Und genau das habe ich getan. Ich habe über sie berichtet. Ich bin der Meinung, dass es einen Unterschied zwischen einem Demonstranten und einem Journalisten gibt.«

Lemon nutzte die Sendung auch, um die US-Medien zu kritisieren. Medienhäuser seien aus Angst vor politischem Druck »gelähmt«, etwa aus Sorge, den Zugang zur Regierung zu verlieren oder verklagt zu werden, sagte er. »Es ist nicht die Zeit für falsche Ausgewogenheit und dafür, Menschen im Fernsehen und in Nachrichtensendungen zu Wort kommen zu lassen, ihnen eine Plattform zu geben, die nur kommen, um zu lügen«, sagte Lemon: »Manche Dinge sind objektiv schlecht, und ich halte es in dieser Zeit für wichtig, darauf hinzuweisen.«

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ptz/dpa