SpOn 11.12.2025
17:42 Uhr

Disney steigt bei OpenAI ein: MicKI Mouse


Der Unterhaltungsgigant Disney beteiligt sich mit einer Milliarde Dollar an OpenAI. Kritiker fürchten eine Flutwelle von KI-generierten Mickys und Donalds. Dabei ist ein anderer Teil des Deals viel spannender.

Disney steigt bei OpenAI ein: MicKI Mouse

Nach Microsoft, Softbank und Nvidia beteiligt sich nun auch der Medienkonzern Walt Disney im Rahmen einer Lizenzvereinbarung am ChatGPT-Entwickler OpenAI. Disney steige mit einer Kapitalbeteiligung von einer Milliarde Dollar ein und erhalte zudem Optionsscheine zum Kauf zusätzlicher Anteile an dem KI-Unternehmen, teilten beide Unternehmen mit.

Zugleich wird der Unterhaltungsgigant der erste große Lizenzpartner für Sora, OpenAIs Plattform für kurze KI-generierte Videos. Im Rahmen der dreijährigen Lizenzvereinbarung dürfen demnach auf Sora KI-basierte Videos mit mehr als 200 Charakteren aus den Disney-, Marvel-, Pixar- und Star-Wars-Universen generiert werden. Allerdings darf dieses Material nicht zum Training der Modelle verwendet werden.

Für OpenAI ist der Deal ein massiver Hebel, um Sora aus der Technische in den Massenmarkt zu ziehen: Wenn Nutzer*innen plötzlich offiziell Clips mit Elsa, Darth Vader oder Iron Man generieren und diese in sozialen Netzwerken teilen, dürfte die Bekanntheit der Plattform massiv steigen.

Auch für Disney eröffnet sich ein neues Spielfeld. Laut der Nachrichtenagentur Reuters möchte der Konzern den KI-Content, den Nutzerinnen und Nutzer auf Sora produzieren, teilweise sogar auf Disney+ ausspielen .

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Neben dem PR-trächtigen Sora-Part ist auch der stille Teil des Disney-Deals interessant. So will der Konzern einer der Hauptkunden von OpenAI werden, um eigene neue Produkte und Tools auf Basis künstlicher Intelligenz zu entwickeln. Hier sind zum Beispiel Strategien denkbar, um Zuschauerinnen und Zuschauer künftig individueller anzusprechen.

Zugleich birgt der Deal auch Risiken. So warnen  Kritiker, dass Disneys ikonische Figuren in einer Flut mittelmäßiger KI-Clips untergehen oder in geschmacklosen Kontexten auftauchen könnten.

Die mächtige Talentagentur Creative Artists Agency moniert  zudem, dass Künstlerinnen und Künstler zu wenig Kontrolle über Abbilder ihrer Werke oder Gesichter hätten, die Sora generiert.

ssu/dpa-AFX